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Austria-Brasil: Cultura & Dialogo

25 September 2013 5:24 PM

It is born! Für 2014 bereiten wir ein sehr großes, österreichweites Kulturprojekt zu Brasilien vor… Klar, Copa / WM - und wir nützen das Interesse, um ein Brasilien der Diversität in den Focus der Aufmerksamkeit zu rücken.

Globalista hat einiges vor, Details werden hier stückchenweise verraten.
Den großen Rahmen haben wir bereits gesetzt: Unter dem Projektlead von Fair Play/ VIDC haben sich Frauensolidarität, Südwind, Lateinamerika Institut, Jugend Eine Welt und Globalista zu einer gemeinsamen Initiative zusammengefunden: Am Programm steht sehr viel…

Kultur und Dialog heisst die Arbeitsgruppe, die globalista gemeinsam mit dem Lateinamerika Institut koordiniert. Das Lateinamerika Institut  steht für wissenschaftliche Koordination und Beratung zur Verfügung, wir decken den Kulturbereich ab.
Wir versuchen, einen Überblick über aktuelle WissenschafterInnen, Künstlerinnen und Künstler aus Brasilien, die 2014 in Österreich verfügbar sind, zu vermitteln, entwickeln spezielle Workshop Pakete, wo wir KünstlerInnen und WissenschafterInnen zusammenbringen und Schwerpunkte setzen.

Auch betreiben wir starkes Lobbying bei österr. VeranstalterInnen, um mehr brasilianische Kultur am Programm zu sehen. So organisieren wir ZB  bestimmte Schwerpunktveranstaltungen in Kooperation mit größeren Auftraggebern.

Wir haben ein Onlineformular eingerichtet, wo sich alle eintragen können, die bereits Projekte mit Brasilienbezug für 2014 geplant haben. Onlineformular

Mein Blog ist mein Stiefkind…

3 September 2013 4:47 PM

Leider, viel zu wenig Zeit, um über meine aktuellen Projekte zu berichten.

2013 - Frühling und Sommer waren sehr intensiv:
In Brasilien habe ich mit Célia Mara  Casa Matria aktiv gestellt - unser Kulturzentrum in Salvador ist offen, alles noch sehr simpl und rudimentär, aber es geht los! Wir haben ein offenes Ohr für Residency Programme, entwicklen gerade unser eigenes und sind für alle Kooperationen im Sinne eines Buen Vivirs offen: Kultur, Ökologie, Micro-Ökonomie…www.casamatria.net

Auch sonst war ich mit Célia Mara nicht nur in der Musik unterwegs - am Jazzfest Wien oder Afrikafestival groß aufgespielt, aber auch enorm viel in’s Netzwerken und Frauengeschichte schreiben gesteckt::  femous:waschweiber

Schon zum Ritual wurde meine alljährliche Vorlesung zu Foundraising an der SET - Kulturmanagement Fachhochschule in Wien S.E.T.

Und der große Brocken für 2014 ist im Anlaufen: Nosso Jogo - eine Initiative für ein globales Fair Play… doch dazu bald mehr!

happy femous 2013!

6 January 2013 3:01 PM

Ein wunderbares, frauenvolles Jahr beginnt mit einem großen Wunsch:

Wir wollen endlich Frauen am Dirigentinnen Pult der Neujahrskonzerte der kommenden Jahre sehen, und genausoviele Musikerinnen wie Musiker, die mit öffentlichem Geld beschäftigt werden!

Daran wollen wir heuer aktiv arbeiten… und viele aufregende Projekte präsentieren, die der Sichtbarmachung und Stärkung von Künstlerinnen dienen.

Jahresrückblick 2012 - another femous year!

femous international: Die erste Jahreshälfte wurde dem Aufbau des femous-Netzwerkes in Brasilien gewidmet. Célia Mara und Silvia Jura holen den deutsch-holländischen Choreographen Frank Händeler ins engste femous Team, Célia Mara’s Bastardsound Produktion beim Festival de Verão in Salvador ist erstes Zeugnis der Zusammenarbeit. Mit der Professorin Nancy Sears (USA) von CasaMatria und der Sängerin, Festivalproduzentin Uni-Prof. Marilda Santana schliessen sich weitere Kolleginnen dem femous Gedanken an - die Grundsteine für verschiedene Kooperationen, u.a mit dem Goethe Institut und Kulturkuratorin Wiebke Kannengiesser und Casa Matria in Salvador werden gelegt. Unserer besonderer Dank geht dabei an das BMEIA!

femous Austria

Im Rahmen der schon lange bestehenden femous Kooperation mit Anita Zemlyak’s Wir Sind Wien - Festival der Bezirke, setzten Susi Rogenhofer mit Produzentin Sonja Baltres die femous Veranstaltungsreihe Tafel unter freiem Himmel um. Hiermit danken wir Susi Rogenhofer für die erfolgreiche Mitarbeit und den Mitaufbau bei femous und wünschen ihr viel Glück in ihrem Lehrberuf, für den sie sich 2012 entschieden hat.

Das femous orchestra spielte im Laufe des Jahres einige Male auf und hatte die Ehre, den Johanna Dohnal Platz in Wien 6 einzuweihen. Mit “femous Africa” begann eine eigene Schwerpunktserie, die unsere afrikanischen Künstlerinnen - Hottensiah und Véro La Reine - besonders in den Mittelpunkt brachte.

Eine Zusammenarbeit mit dem Museum für Völkerkunde konnte begonnen werden, femous veranstaltete ein Konzert mit Célia Mara sowie die Weihnachstfeier des Museums.

Von Juni bis August widmeten sich Jura & Mara der Entwicklung des Projektes Waschen Macht Sound: transkulturelle Narrativen.

Präsentiert wurde es im Rahmen der WienWoche 2012, im September: da wurde richtig aufgewaschen! Die femous Frauen, in Kooperation mit dem DJane Kollektiv Brunnhilde, brachten Fraueng’schichten, die sich g’waschen haben, Wäscherinnenlieder- und Geschichten aus unterschiedlichsten kulturellen Kontexten - das aktuelle Projekt des femous Orchestras!

femous Waschfrauen-Kollektiv: Anja Lazic (Vocals), Brunnhilde DJane Kollektiv (Sounds, Patterns), Carolina de Souza (Performance), Célia Mara (Music. Director, Git.), Christina Steyskal aka falangee (Sounds, DJ), Christina Zurbrügg (Accordeon, Vocals), Edith Lettner (Sax), Eileen Mizargheni (research, production), Elisabeth Penker (Soundinstallation), Grace Latigo (Moderation, Vocals), Hottensiah (Vocals), Joanne Rousset (camera), Julieta Rudich (Camera), Lisa Puhr (Trombone), Maanila Moraes (Visuals, Video), Martha Labil (Clownin), Patrizia Ferrara (Vocals), Silvia Jura (Director), Theda Schifferdecker (Sounds, engineering), Ursula Schwarz (keyboards), Véro La Reine (vocals), Zoraida Nieto (Interviews).


review-forward-play 2012

Zum Jahresabschluss programmierte femous das MICA zur Informations- und Kommunikationszentrale der Musikfrauen: bei einem guten femous Punsch, gab es Einblicke in weibliches Musikschaffen: präsentiert wurden die Kurz-Video-Dokumentation von WaschenMachtSound, es gab Kostproben von Miriam Ungers Film “Oh Yeah, She Performs”, kurze Interviewfragmente von Zoraida Nieto und Visuals von Evatronica. Die Live-Performances der femous Künstlerinnen waren herausragend, das MICA wurde zum Global-Jazzclub… mit Beatboxing & Flamenco Einlagen! Alles in allem, ein künstlerischer, interaktiver Jahresrückblick, wo auch, ganz ausgesprochen weiblich, gemeinsam gegessen, diskutiert und getrunken wurde!

Aufhorchen liessen Andrea Fränzel (Bass), Célia Mara (voice, guitar), Grace Latigo (voice), Jelena Propzan (viola, voice), Maria Leupold(e-bass) mit ihrer Band “S.P.O.T.s”, Maria Petrova (perc), Matilda Leko (voice), Michalea Rabitsch (trumpet), Patrizia Ferrara (voice), Ronja Räuberstocher (voice), Christina Zurbrügg (voice). Brunnhilde DJanes falangee (aka Christina Steyskal) und Theda mischten ordentlich auf, die Sevillanerin Maria-Luisa Rizo heizte mit einer Flamenco Performance ein. Als Gastmusiker schaute Habib Samandi vorbei, Schmuckmacherin Astrid Gold und Dramaturgin Eva Dité unterstützten tatkräftigst!

Wir gratulieren!

Ein großer, und v.a. herzlicher Applaus den femous Orchestra Gründungsmitgliedern Edith Lettner, Jelena Poprzan und Michaela Rabitsch für ihre 2012 Erfolge und Produktionen.

Mit ihrem Projekt African Jazz Spirit zeigte Edith Lettner, dass sie nicht nur eine ausgezeichnete Saxophonistin, sondern auch eine großartige Produzentin ist: “trust your way” heißt ihre hochgelobte CD, wo sie gemeinsam mit Cheikh Ndao eine sensible westafrikanisch-jazzige Begegnung geschaffen hat. Mit Julia Siedl on keyboards beweisen die beiden Frauen, wie harmonisch femous Power in an African Men’s world zur Geltung kommt…

Jelena Poprzan schaffte mit ihrem Duoprojekt Catch-Pop String-Strong den Einzug in die Europäischen World Music Charts und zählt derzeit sicher zu den gefragtesten genreüberschreitenden Künstlerinnen, die Österreich zu bieten hat. Ihre aktuelle (very femous) Formation Poprzan-Jokic-Neuner-Petrova zeigt mit viel Spielwitz und Virtuosität, was Balkan und Österreich verbindet, mit Sormeh begibt sie sich auf persische Pfade.

Die Trompeterin Michaela Rabitsch legte mit ihrer 4ten CD Voyagers ein Stück Trompetengeschichte vor… Zwischen World, Jazz & Fusions schafft sie gemeinsam mit ihrem Partner Robert Pawlik ein Gustostück im Geiste Miles Davis und erntet Lobeshymnen der Presse!

Für femous ist es mehr als eine Bestätigung, dass die Künstlerinnen, mit denen wir nun seit 2 Jahren immer wieder zusammenarbeiten, so herausragende Leistungen bringen und die Musikszene positiv aufmischen! Wir danken Ihnen und allen unseren Kolleginnen und Kollegen für Freundschaft, Vertrauen und Einsatz für eine gerechtere Musikwelt!

femous geht jetzt in ein aktives 2013, um die gemeinsamen Projekte umzusetzen…

Immer offen für neue Ideen und Kooperationen!

Wir danken unseren 2012 FördergeberInnen für die Unterstützung, ohne die wir diese Projekte niemals hätten realisieren können!

logos2012_femous

Waschen Macht Sound

18 October 2012 11:24 AM

Über den Sommer haben wir ein neues Baby geboren… es war eine schnelle Geburt, aber es beginnt schon zu laufen…
WASCHEN MACHT SOUND - TRANSKULTURELLE NARRATIVEN
EIN PROJEKT IM RAHMEN DER WIENWOCHE 2012, MIT UNTERSTÜTZUNG WIENKULTUR/ MA7
Célia Mara & ich haben uns auf einen kollektiven Prozess eingelassen und gemeinsam mit anderen Gruppen ein Projekt für die Wien Woche 2012 entwickelt.
In Zusammenarbeit mit dem DJane Kollektiv Brunnhilde und in loser Kooperation mit dem Girls Rock Camp wurde ein Waschsalon zum gemeinsamen Austragungsort erwählt…
Wir haben die femous Frauen und andere Künsterlinnen aus unserem Umfeld eingeladen, mit uns zu arbeiten…
Und es ist großartig geworden - ein multimediales Spektakel, mit viel Content, an dem wir jetzt laufend weiterarbeiten!

Im Rausch der Kulturen
Wir sammeln Lieder und Zeugnisse der Waschfrauen, die uns vom Alltag in verschiedenen Ländern und Zeiten erzählen, stopfen sie in unsere Sound- und Visualmaschinen, rubbeln und kneten, schleudern und dehnen sie, bis sie zu einem Ganzen werden
… zur audiovisuellen Mehrkanal Installation.

Es sind akustische und visuelle Fetzen aus ihren Leben, Erinnerungen an Weiß-Gewaschenes, ausgebleichte Realitäten und schöngefärbte Ideale, schmutzige Vokabeln und prickelnde Sounds… Ob das Geplauder der Waschrumpeln, das Klatschen der Wäsche auf nasse Steine, das Geplapper des Baches oder das monotone Dröhnen der Maschinen… zentrale Protagonistinnen sind die Wäscherinnen, eingetaucht in einen hörbaren Teppich aus Revolutionen, Klatsch und Skandalen, im Nebel der heilen Bilderwelt der Illusionen.
Mit einer Live Performance

aus Stimmen, Instrumenten, Electronics, Grooves, Texten und Bildern inmitten unserer audiovisuellen Kunstwelt, manifestieren wir uns dann, erstmals, am 28.September ab 18:00, im Waschsalon Högn / Schnell & Sauber, der 1. Station unserer globalen Waschkulturenreise.

Wir, das sind die Musik-Wäscherinnen, freie Künstlerinnen des femous orchestra und des Djane Kollektivs Brunnhilde; Wir - das ist gemeinsam mit unserem Publikum, den heutigen WaschsalonbenützerInnen, den Waschfrauen und Waschmännern des 21. Jahrhunderts, den Zufallsbekanntschaften und Vorbeigehenden. Wir nehmen sie und ihre Zeugnisse mit, in unsere Collage aus Raum und Zeit, bringen sie an die nächste Station unserer Reise!

PS: Bring deine Schmutzwäsche mit!
Waschen - Macht - Sound

Die Geschichte der Waschweiber ist eine Universelle – in Fragmenten rekonstruieren wir sie. In „Waschen Macht Sound“ geht es um gesellschaftliche HERRschaftsverhältnisse und ihre in Frage Stellung, um Widerstand und Ausbeutung; Wir werfen einen kritischen Blick auf die Idealisierung eines Frauenbildes, das es niemals gab, wir setzen uns künstlerisch mit Frauen aus Nord und Süd auseinander, mit multinationalen Waschmittelkonzernen, Arbeit, mit der Familien ernährt werden.

Waschen - Macht - Sound ist eine humorvolle, lustbetonte, experimentelle musikalische und visuelle Aufbereitung des Wäscherinnenbildes, eines “typischen” Frauenberufs: Schwerstarbeit, unterbezahlt, prekär, sexualisiert und sexuellen Übergriffen ausgeliefert, extrem schlechte Rahmenbedingungen / gesundheitsgefährdend. Mit Waschen - Macht - Sound schreiben wir an der universellen Frauengeschichte mit.
Das Künstlerinnen Kollektiv

Singende: Anja Lazic (CRO), Carolina de Souza (BR), Célia Mara (BR/A), Christina Zurbrügg (CH/A), Grace Latigo (UGD/SLK), Hottensiah (KEN), Patrizia Ferrara (I/A/USA), Véro la Reine (CAM)

Musizierende: Célia Mara (BR/A): E-Guit., Pandeiro; Christina Zurbrügg (CH/A) Accordeon; Edith Lettner (A): Saxophon; Elisabeth Penker (A): electro-acoustic sounddesign; Falangee/Brunnhilde (A): Pads & Patterns, E-Grooves; Lisa Puhr (A): Posaune; Ursula Schwarz (A): Keyboards; Theda Schifferdecker/ Brunnhilde (A): E-Grooves, Sounds, Mixing

Spielende und Sprechende: Martha Labil (A); Zoraida Nieto (VEZ);

Moderation: Grace Latigo (UGD/SLK):

Bilderwelten: Maanila Moraes (BR/A): Visuals & Video, Julieta Rudich (URG): Camera, Silvia Jura (A): Camera, Visualfootage; Joanne Rousset (D/F): Camera

Research/ Interviews: Grace Latigo (UG/SLK), Silvia Jura(A), Zoraida Nieto(VEN): Interviews, Eileen Mirzabaegi (ARM/A) (Research) - Dank an Christiane Höller für die Geschichte der Wiener Waschweiber

Concept- & Coordinations Team: Silvia Jura (general coordination) - Célia Mara (Music) - Elisabeth Penker (Soundinstallation) - Maanila Moraes (Video/Visuals) - Christina Steyskal & Theda Schifferdecker (E-Grooves, Sounds & Technik)

Wann: 28.September 2012 // 18:00 - 22:00 (Live Performances zwischen 19:30 & 21:00)

Sound- und Videoinstallation von 29.9.2012 bis 6.10.2012 täglich von 6:00 bis 24:00

Location: schnell und sauber / Waschsalon Högn, Westbahnstraße 60 /Urban Loritzplatz, 1070 Wien

Links:
www.schnellundsauber.at
www.wienwoche.org
www.facebook.com/events/413723592010902/?ref=ts

Brasilien - Österreich - Afrika…

6 July 2012 1:29 PM

Kulturvernetzung … das macht Spass.
Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte - Bei einem Afrikanischen Festival unseren Film über einen Afro-Schönheitssalon in Rio de Janeiro zu zeigen, ist eine spannende Herasuforderung. Und ich freu mich drauf, ebenso wie auf die zu erwartenden Diskussionen über Rassismus, Sexismus — und wie wir die aktuelle Politik Brasiliens in Fragen der Enteignungen, Immobilienspekulation im Zuge der WM 2014 verändern können.
doku
Der 2002 entstandene Film, der damals auch Grundlage bzw. Teil für meine Diplomarbeit über Rassismus im Brasilien des Branqueamentos war, ist nach wie vor brennend aktuell. Meine Erfahrungen in der Vila Brandão in Salvador, wo wir ständig durch die brutale Enteignungspolitik von Seiten der Stadt bedroht sind, lassen mich noch engagierter in dieser Angelegenheit werden - Bürgerrechte für alle!
Genug von diesen Staatsgebilden, die nur dem Kapital dienen! Salvador ist nach wie vor in seiner Sklaventradition verfangen - Casa Grande e Senzala - das bedeutet totale Willkür der oberen Klassen gegen die Bevölkerung. Weder Justiz, noch Polizei, noch staatliche Dienstelistungen stehen der normalen Bevölkerung zur Verfügung - der Immobilienwahn mit Blick auf die WM und die Olympiaden nimmt ständig brutalere Formen an - und wo legales Enteignen nicht mehr möglich ist, wird die Bevölkerung kriminalisiert und Drogenhandel, Gewalt bekommen freien Lauf!
… Ich bin wieder abgeschwenkt… hier kommt die Info zu unserem Film, mitd em wir auch damals schon heisse Diskussionen ausgelöst haben! Ich hoffe, wir sehne uns in Kasumama - bei tropischen Temperaturen!

Die Königinnen vom Salgueiro
haben relative Bürgerrechte

Eine Dokumentation von Silvia Jura (A/BR 2002 - 45 Min. / Video)

SAMSTAG 7.7.2012 // 17:00 @ KASUMAMA AFRIKA FESTIVAL

RAINHAS DO SALGUEIRO - CIDADANIA RELATIVA /trailer1 from siju - silvia globalista on Vimeo.

best video production at XVIII. black international cinema 2003
| berlin - düsseldorf - ljubjana || in coop with USA & Brazil

>Die vielbeachtete Dokumentation über das Leben in den “Favelas”, den Elendsvierteln von Rio de Janeiro. Ein Film, der nicht nur Armut und Not zeigt, sondern vor allem die Lebenskraft, Kreativität und das Selbstbewusstsein der Frauen in den Favelas. (treffpunkt kultur - ORF 2) <

>Die Kultur ist alles… sagst du Kultur, sagst du Aussehen, Erziehung, Selbstbewusstsein, Gesundheit, ja die Kultur ist alles!< (Dona Ivete)
Wenn Macumba nicht schwarze Magie, sondern soziale Arbeit ist, wenn Favela für Gemeinschaft im Kampf um eine bessere Welt steht, wenn der Karneval der Vermittlung afro-brasilianischer Traditionen dient… dann hat Dona Ivete das Wort.
Im Zentrum des Dokumentarfilms ” Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte” steht das von Dona Ivete geleitete Ausbildungsprojekt Nika Jaina - ein Afro-Friseurinnenkurs für marginalisierte Mädchen in einem Elendsviertel (Favela) von Rio de Janeiro.
In intimen Interviews entführt uns Dona Ivete in ihre Welt; mit Hilfe der Göttinnen und Geister und auf ihren Verstand zählend kämpft sie, wie viele andere BewohnerInnen ihres Viertels auch, für eine bessere Zukunft am Morro do Salgueiro.
Ihr filmischer Dialogpartner Januario Garcia, ein Intellektueller der schwarzen Bewegung, stellt die gesamtgesellschaftlichen Bezüge her: von der Abschaffung der Sklaverei bis in das moderne Brasilien zieht sich der Faden von Ausschliessung und Nichtanerkennung der elementarsten Bürgerrechte für die schwarze Bevölkerung Brasiliens.
Es entsteht somit ein vielschichtiger, emotional und intellektuell erlebbarer Einblick in die Hoffnungen, Wünsche und den gelebten Alltag der schwarzen Bevölkerung Brasiliens. Der Rhythmus des Films führt uns behutsam in diese fremde Welt ein… und entlässt uns mit einem guten Gefühl: Hoffnung
Die Reise in die für uns exotische Welt wird durch den kulturverbindenden und mitreissenden Soundtrack von Célia Mara unterstützt.

rücktritt…

6 June 2012 7:10 PM

Nach 6 turbulenten, erfolgreichen, spannenden Jahren, in denen ich mich zuerst als Gründungsmitglied, dann als Sprecherin und Präsidentin der IG World Music Austria engagiert habe, ist für mich die Zeit gekommen, mich aus der aktiven Geschäfstführung der IG zurück zu ziehen und einem neuen Team Platz zu machen.
Bei unserer außerordentlichen Generalversammlung am 4.6.2012 habe ich daher meinen Rücktritt offiziell bekanntgegeben.

Auf meine NachfolgerInnen wartet eine Organisation, die es bereits auf über 80 Mitglieder gebracht hat und somit einen wirklichen Vertretungsanspruch im Rahmen der World Music geltend machen kann.

Wir haben uns auf Neuwahlen im Herbst geeinigt, bis dahin bleibt der verbleibende Vorstand weiterhin aktiv. Ich würde mich sehr freuen, ein motiviertes, vielfältiges Team an der Spitze der IG zu sehen, die unsere Arbeit - nicht nur fortsetzen - sondern weiter entwicklen möchte. Für Informationen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

Von der Gründung an haben wir uns klar positioniert: keine Musik ohne die Menschen, die sie produzieren!
Starkes Engagement in der österreichischen Kulturpolitik und in der Musikwirtschaft sind daher ebenso wie eine klare antirassistische Positionierung, der Kampf für die Rechte von KünstlerInnen migrantischer Herkunft und Gendergerechtigkeit Teil des Profils der IG World Music Austria geworden. Darauf bin ich besonders stolz, ist es mir persönlich doch ein ganz wichtiges Anliegen, aktiv an einer gerechten Gesellschaft mit zu arbeiten.

In den letzten Jahren habe ich mich daher persönlich besonders in Fragen der Institutionalisierung der World Music und ihrer ProduzentInnen im Rahmen der österreichischen Musikwirtschaft und Kulturpolitik stark gemacht.
Die kuratorische Mitarbeit im Handbuch des BMEIA “Frauen:: Musik:: Österreich”, eine Position im stellvertretenden Vorstand des Österreichischen Musikrats, die Mitarbeit im Forum Musik im Arbeitskreis Export zur Förderung der heimischen Musikwirtschaft, die Mitarbeit bei SOS Musikland Österreich waren für mich ehrenvolle und wichtige Aufgaben, die mir Gelegenheit gegeben haben, mich für World Music in Österreich ebenso wie für Themen wie Gender- und Migrant Mainstreaming im Rahmen der Musik einzusetzen und dieses in vielen Papieren zu verankern bzw. zu thematisieren.
Ich freue mich auch sehr, an der positiven Entwicklung des österreichischen Messestandes auf der WOMEX gearbeitet zu haben, wo es uns in den letzten Jahren gelungen ist, Österreich als einen wichtigen global Player in der Weltmusik zu positionieren.
Ich möchte die Gelegenheit nützen, mich besonders bei meinem langjährigen Co-Vorsitzenden, Mitstreiter, Freund wie auch Vorbild Norbert Ehrlich sowie den aktuellen und bisherigen VorstandskollegInnen Caroline Maraszto, Christine Koblitz, Gina Solis-Soglio, Heinz Krassnitzer, Horst Watzl, Jacqueline Carbonell Spörk, Jeroen Siebens, Katrin Pröll und Tom Jirsa ebenso wie unserem internationalen Berater Ian Smith und Womex- Stand Koordinator Heinrich Schläfer für die wunderbare, langjährige Zusammenarbeit bedanken.

All jenen, die an uns geglaubt haben und dies auch durch ihren Beitritt bekräftigt haben, möchte ich besonders danken!

Ich werde natürlich auch weiterhin eine aktive Kämpferin für World Music, Gender- und Migrationsfragen sein und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit meinen KollegInnen!

Nachdem ich mein Engagement im Leitungsteam von femous: platform for famous female culture, der Initiative zur Sichtbarmachung von Frauen in der Musik verstärken möchte, meinen persönlichen Fokus wieder mehr auf die künstlerische und inhaltliche Zusammenarbeit mit Célia Mara verlagern möchte und sich meine Interessen immer stärker nach Brasilien verlagern, wo ich gerade an einem großen NGO Projekt arbeite, bleibt mir nur, Euch allen, lieben Kolleginnen und Kollegen, langjährigen WeggefährtInnen das Allerbeste mit einer in die Zukunft führenden IG World Music zu wünschen!

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und viele gemeinsame Stammtische!

Eure Silvia Jura

Nach dem Carnaval, Quilombo Rio do Macacos.

1 March 2012 5:29 AM

Der Polizeistreik endete am Samstag vor Carnaval. So ein Glück, blieben so doch noch wenigstens drei Tage, um das größte Volksfest der Welt vorzubereiten. Zeit genug, die 180 offiziellen Toten zu vergessen, Kostüme vorzubereiten, im Sonderangebot (oder am Schwarzmarkt) noch ein paar günstige Tickets für geschützte Bereiche zu erstehen…
Der Carnaval 2012 selbst war schwach gewesen, musste an die 30% Stornos im Tourismus verzeichnen, war durch Verkaufsverbote und drastische Strafen für das ambulante Händlervolk von Salvador, große Polemiken um die undurchsichtige Finanzierung der Stadtregierung und die karnevalesken Steuerprivilegien der Superreichen geprägt.
Während auf den uringetränkten Strassen der Hauptstadt trotzdem “Alegria, Paz & Alegria” (Freude, Friede & Freude) gefeiert wurde, spannte sich nur wenige Kilometer entfernt, die Lage drastisch an.

In Rio do Macacos, unweit von Simões Filhos und Salvador/Bahia, versucht die Marine Ende Februar 2012, einen geschützen Quilombo zu räumen.

Quilombo Rio do Macacos - eine Enklave aus einer anderen Zeit. Ein Stückchen Freiheit.
Quilombos - das sind freie bzw. befreite Territorien in Brasilien. Der Name ist wahrscheinlich auf die angolanische Bezeichnung für Dorf zurückzuführen, der bekannteste Quilombo, auch Brasiliens erste demokratische Republik genannt, war Quilombo dos Palmares, im Bundesstaat Alagoas, wo bereits im Jahr 1670 an die 50.000 Menschen lebten.

Quilombos sind Orte des Widerstands gegen die Casa Grande & Senzala / Herrenhaus- und Sklavenhütte (Gilberto Freyre) Gesellschaft, abgeschiedene, uneinsichtige Orte, wo sich in den letzten 400 Jahren autarke Gesellschaften entwickelt haben. Gelebte Afro-Brasilianische Gegen-Geschichtsschreibung.

Gewalt am Quilombo Rio do Macacos

Die Vorgehensweise kommt mir bekannt vor: Psychoterror gegen die ansässige Bevölkerung, Kaputzenmänner umstellen und attackieren die Siedlung, der Anbau von Nahrungsmitteln wird verboten, Häuser niedergerissen, die Dorfmühle komplett zerstört. Seit den 1970er Jahren ist die Marine vor Ort, und kontrolliert auf menschenrechtsverachtende Weise den Zugang zur Gemeinde. Wasser und Strom wurden in den letzten Tagen abgedreht, um die Quilombolas zum Auszug zu zwingen.
Denn die Marine beginnt, Zeitdruck zu haben. Weitere Offiziersquartiere, konkret: Villen- Siedlungen, sind für die sofortige Umsetzung geplant.

Ein weiterer Beitrag zum Thema IMMOBILENSPEKULATION - MILITÄRTERROR - WM 2014???

http://blogbahianarede.wordpress.com/

Abend Nr. 10 - keine Gute Nacht

10 February 2012 1:43 AM

Der Streik geht weiter. Die Militär Polizisten in Salvador sind aufgebracht, haben sich neu organisiert. Die Frage der Generalamnestie ist ihre zentrale Forderung geblieben, die bereits erzielten Verhandlungsergebnisse werden wieder aufgemacht. Gerade eben haben sie es kommuniziert.
Dank Twitter bestens informiert…
Nur ein halber Tag mit Hoffnung auf Normalität. Der Terror geht weiter. Die PM’s toben, schreien - PM’s auf die Straße, PM’s auf die Straße! Gänsehaut, wie so oft in diesen Tagen.
Heute ist in dem leerstehenden Haus neben uns ein neuer Nachbar eingezogen. Es wird geputzt, das Dach gerichtet, gehämmert, gebohrt… seine schwarzen, glänzenden Schuhe stehen am Fensterbrett, mit weissen Socken daneben. Er wirkt sehr proper, der junge Mann… Groß, schwarz, kurze Haare, gut gekleidet… Er hat heute schon einen der Jungs, die ihm helfen, zur Ordnung gerufen - er solle nicht so schamlos tanzen, bei der Arbeit…
Ich frage mich, ob er vielleicht ein Pastor ist? Einer von diesen evangelikalen Seelenfängern, die dich täglich mit sinnentleerten Sprüchen belästigen und bedrohen. Das kann ja lustig werden…
In den Zeitungen habe ich es noch nicht gefunden, aber die ersten Tweets kündigen schon das Drama an… Streik in Rio! Der Kollaps einer 10 Millionen Stadt ist angesagt - absolutes Kräftemessen vor dem Karneval.
Die Regierungen haben schon Gehaltserhöhungen und Sondervereinbarungen zugesagt… aber es geht - anscheinend - um etwas ganz anderes.
Wir warten gespannt auf bessere Nachrichten.

Viva o carnaval!

9 February 2012 4:02 PM

Jetzt kann es endlich richtig losgehen! Heute morgen, gegen 10:00, ergab sich der Streikführer Marcos Prisco, auch die ca. 200 Militär Polizisten, die sich mit ihm verschanzt hatten, verliessen das Parlamentsgebäude. Das Verwaltungszentrum ist wieder frei zugänglich, heute Nachmittag soll wieder der normale Betrieb aufgenommen werden.
Die große Globo, der mächtigste TV Sender, dem man sicher keine politische Korrektheit oder besondere Sympathie für Demokratiebewegungen unterstellen kann, hat das ganze Ausmaß des versuchten Staatsstreichs aufgedeckt… fast das Ganze, denn wichtige Details, wie die Parteizugehörigkeit von Prisco zum PSDB - damit eindeutig dem rechten Lager zuzuordnen - wurden nicht erwähnt.
Gezeigt wurde jedenfalls, bewiesen anhand von Tonbandprotokollen, dass es um eine Verschwörung zwischen den Gewerkschaftsführern der Militär Polizei und der Feuerwehrleute handelt - mit dem Ziel im gesamten brasilianischen Staat, mit Schwerpunkt auf die wichtigsten Zentren bzw. Bundesstaaten wie Salvador, Rio de Janeiro, Brasilia und São Paolo, Chaos und Terror zu installieren. Angeblich nur mit dem Ziel, die Verhandlungen zum PEC 300, dem bundesweiten Gehaltsschema für Polizei, durch zu setzen. Über weitere Hintergründe wurde bis jetzt noch nicht berichtet.
Aufgedeckt wird gerade die direkte Beteilung der PM’s an den Greueltaten gegen die Zivilbevölkerung, an den Todesschwadronen gegen Obdachlose und in den Armenvierteln!
Alle atmen auf - die Normalität ist wieder angesagt. Obwohl die Streikdrohung im Landesinneren von Bahia und in anderen Bundesstaaten noch in der Luft hängt…
So ein Glück, steht doch der Karneval vor der Türe - das größte Straßenfest der Welt!
Zufälligerweise habe ich gerade eben ein paar Eckdaten zum Karneval in Salvador bekommen - es geht um astronomische Summen - die größeren Blocos verdienen nur an Ticketverkäufen (T-Shirts, um hinter dem Trio Electrico in einem durch eine Schnur abgegrenztem Raum mitzutanzen) zwischen 5 und 10 Millionen Reais, ohne Sponsorengelder dazu zu rechnen. Die Camarotes - abgesperrtes Festivalgelände im öffentlichen Raum - fakturieren durchschnittlich 15 Millionen Reais. An die Stadt zahlen sie genau: 10,75 Reais Anmeldegebühr und ca. 40 Reias/m2 Miete - keine weiteren Steuern!!!
Der Staat Bahia und die Stadt Salavdor investieren in den karneval jedes jahr 30 Millionen Reais für die öffentliche Sicherheit und die Infrastruktur & Reinigung…
Und nur 22% der in Salavdor lebenden Menschen geben an, dass sie am Karnaval teilnehmen…
DesocupaCarnaval ist jetzt angesagt!!!

Verschwörungstheorie von Globo bestätigt!

9 February 2012 1:53 AM

Jetzt ist es draußen: Prisco hat gemeinsam mit anderen Militär Polizei und Feuerwehr GewerkschaftsführerInnen aus verschiedenen Bundesstaaten den Aufstand probiert. Die totale Destabilisation des Staates war angesagt! Vandalismus und Terror durch die PM’s selbst organisiert.
Globo hat Tonbandprotokolle der Justiz in die Finger bekommen und publiziert.
http://g1.globo.com/bahia/noticia/2012/02/gravacao-revela-que-pms-grevistas-da-ba-planejaram-vandalismo.html