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Brazilian Street Party @ WIR SIND WIEN 2014

23 July 2014 7:38 PM

Copa 2014 in Brasilien – Fußballweltmeisterschaft der Männer! Dass es in Brasilien aber lange nicht nur um Fußball geht, wussten wir schon lange. Gemeinsam mit Nosso Jogo, der NGO Initiative, die von der ADA, der österr. Entwicklungszusammenarbeit  bzw. dem Außenministerium gefördert ist, und wo wir als globalista aktiv im Steuerungsgruppen-Team sind,  konnten wir für 2014 viele Kooperationen mit und zu Brasilien entwickeln, die die verschiedenen Aspekte des Landes beleuchten.

Eines unserer wichtigsten Anliegen ist dabei die Kulturvermittlung. Das haben wir sowohl mit dem Festival Arena Brasil am Karlsplatz bewiesen, als auch mit dem feinen Projekt Brazilian Street Party, im Rahmen von WIR SIND WIEN – Festival der Bezirke 2014.

video by siju ©

Auf dem grünen Teppich präsentierte Célia Mara als Gastgeberin, gemeinsam mit DJ Ricardo Diversi aka Muralha, der Capoeira Schule Vivendo e Aprendendo, der Sambagruppe do ET, Samba Quilombo Vienna, dem Verein Schwarze Frauen und dem Akrobaten und Clown Fausto Tenorio brasilianische Straßenkultur zum Anfassen. Und das in 7 Wiener Bezirken, an den Juni-Wochenenden. Grätzeltreffen auf Brasilianisch! Dabei ging es uns um die Kommunikation mit den Wienern und Wienerinnen: Spontanität, Spass, Musik die zwischen Percussion / Folklore, aktuellen DJ Sounds und Jazzimprovisationen angesiedelt ist, und natürlich Bewegung!
joeleitner1

capo8Capoeira und Samba in Wien
Capoeira ist für uns ein ganz wichtiges Element afro-brasilianischer Kultur. Bereits in Europa weit verbreitet und anerkannt, v.a. als Sport und Freitzeitbeschäftigung wahrgenommen, hat es einen extrem integrierenden und v.a. aufklärenden Charakter. Es spiegelt die Geschichte von Widerstand und kultureller Selbstbestimmung der aus Afrika zwangsverschleppten SklavInnen, lässt uns erahnen, wie kontinuierlich die Gefangenen an ihrer Befreiung gearbeitet haben.

V.a. der Aufbau einer kulturellen Identität jenseits der Sklaverei, eine Selbstbestimmung in einem fiktiven Freiraum, der Erhalt der körperlichen Fähigkeiten und die Vorbereitung auf einen Befreiungsschlag sind Strategien, die vorbildhaft sind. Mestre Cha Preto kam Anfang der 1990er Jahre nach Wien und baute, mit Unterstützung von Célia Mara, Österreichs erste Capoeiraschule Vivendo e Aprendendo auf.  Viele weiter Schulen folgten, heute wird Capoeira schon an der Uni und in lokalen Sportvereinen unterrichtet. Mestre Cha Preto ist vor einem Jahr an Krebs gestorben, seine Schule aber lebt danke dem Engagement seiner Lebensgefährtin Mery, Graduada Lança, gemeinsam mit Instrutor Vareta weiter. Sie setzen ganz stark auf die Arbeit mit Kindern!

Wir haben uns auch entschlossen, dem Samba dem ihm gebührenden Platz zu geben. Sambaschulen bestimmen das Bild von Rio de Janeiro – und sind auch erster Kulturexport nach Europa gewesen. In Wien wurde von Ricardo Mateus vor über 20 Jahren die erste Sambaschule Rot Weiss Rot gegründet, viele andere folgten. Mit Edison Tadeu haben wir seit über 10 Jahren einen erfahrenen Percussionmeister in Wien und Graz, der schon viele Gruppen hier aufgebaut und begleitet hat.

Und weil wir gerne besondere Musikgeschichten haben, hat sich Célia Mara DJ Muralha, Ricardo Diversi, Elsa Soares Sideman, geholt, um gemeinsam die aktuellsten Grooves aus Rio auf den Teppich zu bringen. Dass sie dazu mit Stimme und Gitarre spontane Sessions geliefert hat, war das Besondere Extra der Streetparties.

Brazilian Street Parties sind ein Akt der Solidarität mit der afro-brasilianischen Bevölkerung, es geht um Sichtbarmachung von Populärkultur. Anders als durch die WM Brille, wo entweder über Armut, Elend und  Missbrauch berichtet wurde, wo nackte Frauen zum Samba herhalten müssen, zeigen wir Brasilien nicht durch den Filter einer elitären Mittelklasse und ihrer Medien, die voller Verachtung für die aktuelle Regierung den Wahlkampf auf tiefster, intriganter Ebene anheizen. Wir zeigen das Brasilien, das wir lieben – gemeinsam mit den Wiener BrasilianerInnen – und all jenen, die es im Herzen schon sind oder noch gerne werden wollen.

nachbesprechungjoeleitner

Teambesprechung: mit Célia Mara, Raimunda Schindl, Fausto Tenorio, Silvia Jura, Edison Tadeu, Vareta, Hülya Tektas, Mery

Hier gehts zu den Fotos

Ganz besonders möchten wir uns an dieser Stelle noch bei Anita Zemlyak von der Basiskultur Wien und ihrem Team – im besonderen der Karin Hoffmann- bedanken, die uns ermöglicht haben, diese Veranstaltungsreihe durchzuführen.

Und hier unsere PartnerInnen udn ihre Organisationen – bei Interesse einfach kontaktieren:

Capoeira: Vivendo & Aprendendo
Contact: Graduada Mery : www.capoeirawien.at, E-Mail: office@capoeirawien.at , +43 699 171 36 028

Samba & Percussion:
Mestre Edison Tadeu & Batucada do ET:  http://edisontadeu.com
Samba Quilombo Viena: http://www.sambaquilombo.com

Acrobatic & Clown: Fausto Tenorio : http://www.haarberghof.net/fausto/

Support: Schwarze Frauen Community Wien http://schwarzefrauen.net/

Host: Célia Mara www.celiamara.net

Fotos: Joe Leitner i.a. Basiskultur Wien, Hülya Tektas/globalista, Siju/globalista

Produktion von globalista, Leitung Silvia Jura

wochenkonzentrat

22 November 2011 10:42 PM

dienstag, 22.11 … femous: 360° women in music präsentiert. unser ziel: inklusion. aktive vernetzungs- und kulturarbeit,  music – schnittstelle,  mit-entwicklen einer sozialen skulptur. more

mittwoch 23.11 : femous: review – forward -play. diskutieren, reflektieren, ideen finden. vernetzen. ein netzwerktreffen im MICA – music austria. more

donnerstag 24.11 : célia mara band: aus der reihe tanzen in linz, am mensafestfemous brazilian bastardsound. more

und freitag 25.11 : ein thementag zu kulturkooperationen zwischen anspruch und realität. politische strategien, UNESCO konvention zur kulturellen vielfalt. diskutieren. für vielfalt, kooperationen auf augenhöhe, gleichen zugang zu den ressourcen eintreten. IG world music & femous vertreten. more

global grooves against the global crisis

2 November 2011 6:41 PM

Networking is my real passion… and WOMEX is the right place to do it.
This year, I spent only two days in Copenhagen, but I was able to meet a lot of my friends from the international world music scene. It was so good to see them – to exchange ideas – and to establish stronger bonds for going on together in the future.
To say it frankly – I guess that we have to expect hard times coming. Our South European colleagues soffered the crisis very hardly, many venues & clubs had to close, many festivals – mainly the smaller ones – are not able to continue. Our greek friends are still optimistic… and focussing on international cooperations, whilest Portugal closed the doors and has no money anymore to invite international artists. Italy is simply a pre-post Berlusconi disaster, most of the cultural funds are gone… and Spain is affraid of what the next elections will bring…In the meantime, the big business is going on… viva los multis and the globalized “mono-taste”.

Anyhow, we are a resisting clan! People is still interested in World Music made in Austria – so I could open some very interesting cooperations:
EPPAX – european plattform for perfoming arts exchange in Amsterdam is waiting for our contributions (artists, send your videos!) – a good platform for international exchange (14/15.march 2012)

babel med is probably the hottest upcoming spot for world music affizionad@s – we will organize an Austrian delegation to go there – who is interested in joining us is mostly welcome! (end of march 2012).
An other highlight is the cooperation with the magazine Songlines, where we are preparing showcases and a special CD-issue about Austria!

Otherwise, I presented  femous: 360° women in music – our platform for famous female culture to my colleagues, established good partnerships in many European, South- and North American countries,  had great meetings with the ladiezz from the Women of the World network…The result is amazing!

We will have femous nights all over Europe! An exchange concept that will open new markets for female artists and feature new and known talents! Check out our Website www.femous.at & – if female leaded – submit your projects!
And that’s not enough. I will work more on Brazilian music in the future, joining forces with the Brazilian Exchange Offices and bringing great Brazilian artists to Austria. Célia Mara entered in a partnership with Orquestra Voadora from Rio de Janeiro, working on old Carnival songs… and!!!! in a partnership with amazing Elza Soares – I admire this lady so much!

so… keep on groovin’- we’re ready to confront the global crisis with global grooves!

april. schlechtes wetter und viel arbeit.

24 April 2010 1:41 AM

und der märz verflog im nu…
webpk_triomarg1Célia Mara Tour “Meus Amores” with Benjamim Taubkin & Margarethe Deppe was wonderful… emotional, tender… everything in a mood of love… adoramos!! We discovered Austria (and Slovenia) from north to south & east to west – with a lovely tourstart in Gutenbrunn beim Juster… so ein wunderbarer Platz und lieber Gastgeber – and intensive shows in Remise Bludenz – Cankarejev Dom in Ljubljana & Konzerthaus Vienna (sold out!!!). Here is the link to the austrian news talking about it … I’ll post the press-clippings soon… check out the MICA-News here…

Next is  Washington DC and New York ::: with the support of the Austrian Cultural Forums, we will present parts of the new program Meus Amores… and have a Brazilian bastardsound Club-Debut in Joe’s Pub – New York City!

… IG Worldmusic Austria:
Frauen/Musik Österreich Handbuch
- gemeinsam mit dem bmeia und einer Gruppe von Expertinnen arbeiten wir an einem Ziel… musizierende Frauen in die Welt zu schicken. Die künstlerische Vielfalt Österreichs aufzeigen. Wir haben so viele hervorragende Künstlerinnen, die in unserem Land leben…Eine Zusammenarbeit mit den Kulturforen und Kulturabteilungen der Botschaften ist in Vorbereitung. Ich freue mich besonders, das Buch in Washington DC, im Österr. Kulturforum, am 30.4. vorstellen zu dürfen.
SOS MUSIKLAND ÖSTERREICH und Österreichischer Musikfonds: Staatsbürgerschaft ist kein Auschlußkriterium mehr! Sowohl die historische Musikcharta, die zwischen ORF und Österr. Muskwirtschaft abgeschlossen wurde, wie auch der große Produktionsfördertopf haben unsere Forderung nach Gleischstellung von MusikerInnen nicht österr. Staatsbürgerschaft anerkannt und in den Statuten umgesetzt. Es lebe die Vielfalt!
Überhaupt… Vernetzung läuft auf allen Ebenen… mehr dazu später.

… global bastards… outlaws im karibischen Raum
Natürlich, Brasilien – der Nordosten. Salvador lässt mich nicht los, mit “Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte” – der Doku über das Selbsthilfeprojekt Nika Jaina in einer Favela in Rio de Janeiro. Wie sie entstanden ist. Was Dona Ivete wichtig war. Und ich werde ich aus meinen brasiliansichen Wintern erzählen…  dem Projekt, ein Kulturzentrum in einer Favela aufzubauen – Alltag geprägt von Rechtlosigkeit und Gewalt. Gedanken zu institutionellem Rassismus und seinen Folgen. Aus weiblicher Sicht. Zwischen 7. und 9.5 in der Wiener Urania
Hier gibt’s ein wenig zum “Einstimmen und Vorschauen”: vimeo.com/channels/favela

roots in migration: presenting célia mara & la banda di piazza caricamento

3 October 2009 5:44 PM

While our old continent is transforming itself into „ fortress Europe“, excluding intercontinental migrations, closing borders and featuring racist policies in many of our countries, a new initiative with an extremely high musical and social potential is born:
Célia Mara & La Banda di Piazza Caricamento.
Fresh global bastardsound. It’s fun. It’s easy. It’s today’s urban Europe.
Made between Vienna and Genoa. Viva la globalisaXion cultural!

This is music for peace and social justice – the voices and sounds of migration, the musical and energetical melting of a globalized world. No borders to cultural expression!
It is a big multi-ethnic band full of energy, great grooves and dance performances… with powerful lead singer & guitar player – Diaspora-Brazilian – Célia Mara.
Célia Mara makes music with a big smile. Singing about new, interesting times.
She is a 21st. century singer – songwriter and guitar player, a real Brazilian groove lady, a jazz singer full of emotion, a screaming rock star, a sensual seduction, simply – a firework on stage. The international press calls her the Brazilian Manu Chao, compares her energy to Carlinhos Brown, her voice to Vanessa da Mata and her musical concept goes along with Tom Zé… She is considered one of Europe’s most impressive Brazilian artists, her “bastardsound” conquered the World Music Charts all over the continent, she performed at huge and prestigious festivals in Eastern and Western Europe and was awarded various times.
La Banda di Piazza Caricamento, directed by Davide Ferrari, is a collective of young artists in migration – bringing their “world”-backgrounds in the urban life of a new Europe. It is the babel of Genoa – young people immigrated from Brazil, China, Germany, India, Mexico, Morocco, Russia, Rwanda, Senegal, Sri Lanka, Sudan – brought together in 2007… different percussion and voices are dominating, DJ-sounds are integrating traditional sounds. The musicians mix, in a bursting and pressing sound, the rhythms of Cuban congas, African & Arab percussions of djembe and darabouka, the magical riffs of kora, street rap, Indian dance, lyric melodies from eastern Europe, India and Italy …
They are performing strong songs in many different languages, many of them written by Célia Mara: Brazil going funk, Samba mixed with Cumbia and Rap, Electric-Tango, Punk and NuBossa… The musical show is integrated with elements of urban and traditional dance, it is pure joy to watch these young, dynamic artists in their continuous improvisations…

But that’s not all: the projects stands symbolically for a new Europe, for cultural diversity in it’s best expression: there is no question of integration – everybody brings in his or her cultural backgrounds and information’s, creating something new, powerful and reflecting our actual, urban culture.
Considering the fact that today’s European cities are in a continuous process of transformation, stating that culture is flexible, always adapting itself to what it happening around, the anthropologists and cultural manager Davide Ferrari and Silvia Jura Santangelo decided to join forces in music management combined with anti-racist politics. They are offering this great musical project with an amazing live-show – fitting into any type of festival – completed by creative and social workshops & conferences in the fields of migrations and cultural diversity.
Davide Ferrari, since 25 years director of the “Festival del Mediterraneo” and Echo-Art in Genoa, started in 2007 the multi-ethnical project “La banda di piazza caricamento” – an Italian concept of joining musicians of different cultures and nations to big local orchestras. Davide, who is, besides being a musical director, a music therapist and a visionary, formed this big band of young artists with at least 10 different nationalities, respecting gender balance as well! Their first album “babelsound” was awarded with the “prêmio amnesty international”.
Silvia Jura Santangelo, president of the IG World Music Austria, director of globalista, the Vienna based label, Célia Mara management and NGO, is the other conceptionist of the project. Silvia is working a lot on questions of gender and race, running different projects in social and cultural fields. Actually, she is building up, together with Célia Mara, a socio-cultural center in Salvador Bahia. To combine the work of Davide and her’s is a way to bring forward new, interesting perspectives in a global European cultural work.

More infos: Silvia Jura Santangelo & Davide Ferrari / Echo-Art