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Archive for the 'projects' category

happy femous 2013!

6 January 2013 3:01 PM

Ein wunderbares, frauenvolles Jahr beginnt mit einem großen Wunsch:

Wir wollen endlich Frauen am Dirigentinnen Pult der Neujahrskonzerte der kommenden Jahre sehen, und genausoviele Musikerinnen wie Musiker, die mit öffentlichem Geld beschäftigt werden!

Daran wollen wir heuer aktiv arbeiten… und viele aufregende Projekte präsentieren, die der Sichtbarmachung und Stärkung von Künstlerinnen dienen.

Jahresrückblick 2012 - another femous year!

femous international: Die erste Jahreshälfte wurde dem Aufbau des femous-Netzwerkes in Brasilien gewidmet. Célia Mara und Silvia Jura holen den deutsch-holländischen Choreographen Frank Händeler ins engste femous Team, Célia Mara’s Bastardsound Produktion beim Festival de Verão in Salvador ist erstes Zeugnis der Zusammenarbeit. Mit der Professorin Nancy Sears (USA) von CasaMatria und der Sängerin, Festivalproduzentin Uni-Prof. Marilda Santana schliessen sich weitere Kolleginnen dem femous Gedanken an - die Grundsteine für verschiedene Kooperationen, u.a mit dem Goethe Institut und Kulturkuratorin Wiebke Kannengiesser und Casa Matria in Salvador werden gelegt. Unserer besonderer Dank geht dabei an das BMEIA!

femous Austria

Im Rahmen der schon lange bestehenden femous Kooperation mit Anita Zemlyak’s Wir Sind Wien - Festival der Bezirke, setzten Susi Rogenhofer mit Produzentin Sonja Baltres die femous Veranstaltungsreihe Tafel unter freiem Himmel um. Hiermit danken wir Susi Rogenhofer für die erfolgreiche Mitarbeit und den Mitaufbau bei femous und wünschen ihr viel Glück in ihrem Lehrberuf, für den sie sich 2012 entschieden hat.

Das femous orchestra spielte im Laufe des Jahres einige Male auf und hatte die Ehre, den Johanna Dohnal Platz in Wien 6 einzuweihen. Mit “femous Africa” begann eine eigene Schwerpunktserie, die unsere afrikanischen Künstlerinnen - Hottensiah und Véro La Reine - besonders in den Mittelpunkt brachte.

Eine Zusammenarbeit mit dem Museum für Völkerkunde konnte begonnen werden, femous veranstaltete ein Konzert mit Célia Mara sowie die Weihnachstfeier des Museums.

Von Juni bis August widmeten sich Jura & Mara der Entwicklung des Projektes Waschen Macht Sound: transkulturelle Narrativen.

Präsentiert wurde es im Rahmen der WienWoche 2012, im September: da wurde richtig aufgewaschen! Die femous Frauen, in Kooperation mit dem DJane Kollektiv Brunnhilde, brachten Fraueng’schichten, die sich g’waschen haben, Wäscherinnenlieder- und Geschichten aus unterschiedlichsten kulturellen Kontexten - das aktuelle Projekt des femous Orchestras!

femous Waschfrauen-Kollektiv: Anja Lazic (Vocals), Brunnhilde DJane Kollektiv (Sounds, Patterns), Carolina de Souza (Performance), Célia Mara (Music. Director, Git.), Christina Steyskal aka falangee (Sounds, DJ), Christina Zurbrügg (Accordeon, Vocals), Edith Lettner (Sax), Eileen Mizargheni (research, production), Elisabeth Penker (Soundinstallation), Grace Latigo (Moderation, Vocals), Hottensiah (Vocals), Joanne Rousset (camera), Julieta Rudich (Camera), Lisa Puhr (Trombone), Maanila Moraes (Visuals, Video), Martha Labil (Clownin), Patrizia Ferrara (Vocals), Silvia Jura (Director), Theda Schifferdecker (Sounds, engineering), Ursula Schwarz (keyboards), Véro La Reine (vocals), Zoraida Nieto (Interviews).


review-forward-play 2012

Zum Jahresabschluss programmierte femous das MICA zur Informations- und Kommunikationszentrale der Musikfrauen: bei einem guten femous Punsch, gab es Einblicke in weibliches Musikschaffen: präsentiert wurden die Kurz-Video-Dokumentation von WaschenMachtSound, es gab Kostproben von Miriam Ungers Film “Oh Yeah, She Performs”, kurze Interviewfragmente von Zoraida Nieto und Visuals von Evatronica. Die Live-Performances der femous Künstlerinnen waren herausragend, das MICA wurde zum Global-Jazzclub… mit Beatboxing & Flamenco Einlagen! Alles in allem, ein künstlerischer, interaktiver Jahresrückblick, wo auch, ganz ausgesprochen weiblich, gemeinsam gegessen, diskutiert und getrunken wurde!

Aufhorchen liessen Andrea Fränzel (Bass), Célia Mara (voice, guitar), Grace Latigo (voice), Jelena Propzan (viola, voice), Maria Leupold(e-bass) mit ihrer Band “S.P.O.T.s”, Maria Petrova (perc), Matilda Leko (voice), Michalea Rabitsch (trumpet), Patrizia Ferrara (voice), Ronja Räuberstocher (voice), Christina Zurbrügg (voice). Brunnhilde DJanes falangee (aka Christina Steyskal) und Theda mischten ordentlich auf, die Sevillanerin Maria-Luisa Rizo heizte mit einer Flamenco Performance ein. Als Gastmusiker schaute Habib Samandi vorbei, Schmuckmacherin Astrid Gold und Dramaturgin Eva Dité unterstützten tatkräftigst!

Wir gratulieren!

Ein großer, und v.a. herzlicher Applaus den femous Orchestra Gründungsmitgliedern Edith Lettner, Jelena Poprzan und Michaela Rabitsch für ihre 2012 Erfolge und Produktionen.

Mit ihrem Projekt African Jazz Spirit zeigte Edith Lettner, dass sie nicht nur eine ausgezeichnete Saxophonistin, sondern auch eine großartige Produzentin ist: “trust your way” heißt ihre hochgelobte CD, wo sie gemeinsam mit Cheikh Ndao eine sensible westafrikanisch-jazzige Begegnung geschaffen hat. Mit Julia Siedl on keyboards beweisen die beiden Frauen, wie harmonisch femous Power in an African Men’s world zur Geltung kommt…

Jelena Poprzan schaffte mit ihrem Duoprojekt Catch-Pop String-Strong den Einzug in die Europäischen World Music Charts und zählt derzeit sicher zu den gefragtesten genreüberschreitenden Künstlerinnen, die Österreich zu bieten hat. Ihre aktuelle (very femous) Formation Poprzan-Jokic-Neuner-Petrova zeigt mit viel Spielwitz und Virtuosität, was Balkan und Österreich verbindet, mit Sormeh begibt sie sich auf persische Pfade.

Die Trompeterin Michaela Rabitsch legte mit ihrer 4ten CD Voyagers ein Stück Trompetengeschichte vor… Zwischen World, Jazz & Fusions schafft sie gemeinsam mit ihrem Partner Robert Pawlik ein Gustostück im Geiste Miles Davis und erntet Lobeshymnen der Presse!

Für femous ist es mehr als eine Bestätigung, dass die Künstlerinnen, mit denen wir nun seit 2 Jahren immer wieder zusammenarbeiten, so herausragende Leistungen bringen und die Musikszene positiv aufmischen! Wir danken Ihnen und allen unseren Kolleginnen und Kollegen für Freundschaft, Vertrauen und Einsatz für eine gerechtere Musikwelt!

femous geht jetzt in ein aktives 2013, um die gemeinsamen Projekte umzusetzen…

Immer offen für neue Ideen und Kooperationen!

Wir danken unseren 2012 FördergeberInnen für die Unterstützung, ohne die wir diese Projekte niemals hätten realisieren können!

logos2012_femous

Waschen Macht Sound

18 October 2012 11:24 AM

Über den Sommer haben wir ein neues Baby geboren… es war eine schnelle Geburt, aber es beginnt schon zu laufen…
WASCHEN MACHT SOUND - TRANSKULTURELLE NARRATIVEN
EIN PROJEKT IM RAHMEN DER WIENWOCHE 2012, MIT UNTERSTÜTZUNG WIENKULTUR/ MA7
Célia Mara & ich haben uns auf einen kollektiven Prozess eingelassen und gemeinsam mit anderen Gruppen ein Projekt für die Wien Woche 2012 entwickelt.
In Zusammenarbeit mit dem DJane Kollektiv Brunnhilde und in loser Kooperation mit dem Girls Rock Camp wurde ein Waschsalon zum gemeinsamen Austragungsort erwählt…
Wir haben die femous Frauen und andere Künsterlinnen aus unserem Umfeld eingeladen, mit uns zu arbeiten…
Und es ist großartig geworden - ein multimediales Spektakel, mit viel Content, an dem wir jetzt laufend weiterarbeiten!

Im Rausch der Kulturen
Wir sammeln Lieder und Zeugnisse der Waschfrauen, die uns vom Alltag in verschiedenen Ländern und Zeiten erzählen, stopfen sie in unsere Sound- und Visualmaschinen, rubbeln und kneten, schleudern und dehnen sie, bis sie zu einem Ganzen werden
… zur audiovisuellen Mehrkanal Installation.

Es sind akustische und visuelle Fetzen aus ihren Leben, Erinnerungen an Weiß-Gewaschenes, ausgebleichte Realitäten und schöngefärbte Ideale, schmutzige Vokabeln und prickelnde Sounds… Ob das Geplauder der Waschrumpeln, das Klatschen der Wäsche auf nasse Steine, das Geplapper des Baches oder das monotone Dröhnen der Maschinen… zentrale Protagonistinnen sind die Wäscherinnen, eingetaucht in einen hörbaren Teppich aus Revolutionen, Klatsch und Skandalen, im Nebel der heilen Bilderwelt der Illusionen.
Mit einer Live Performance

aus Stimmen, Instrumenten, Electronics, Grooves, Texten und Bildern inmitten unserer audiovisuellen Kunstwelt, manifestieren wir uns dann, erstmals, am 28.September ab 18:00, im Waschsalon Högn / Schnell & Sauber, der 1. Station unserer globalen Waschkulturenreise.

Wir, das sind die Musik-Wäscherinnen, freie Künstlerinnen des femous orchestra und des Djane Kollektivs Brunnhilde; Wir - das ist gemeinsam mit unserem Publikum, den heutigen WaschsalonbenützerInnen, den Waschfrauen und Waschmännern des 21. Jahrhunderts, den Zufallsbekanntschaften und Vorbeigehenden. Wir nehmen sie und ihre Zeugnisse mit, in unsere Collage aus Raum und Zeit, bringen sie an die nächste Station unserer Reise!

PS: Bring deine Schmutzwäsche mit!
Waschen - Macht - Sound

Die Geschichte der Waschweiber ist eine Universelle – in Fragmenten rekonstruieren wir sie. In „Waschen Macht Sound“ geht es um gesellschaftliche HERRschaftsverhältnisse und ihre in Frage Stellung, um Widerstand und Ausbeutung; Wir werfen einen kritischen Blick auf die Idealisierung eines Frauenbildes, das es niemals gab, wir setzen uns künstlerisch mit Frauen aus Nord und Süd auseinander, mit multinationalen Waschmittelkonzernen, Arbeit, mit der Familien ernährt werden.

Waschen - Macht - Sound ist eine humorvolle, lustbetonte, experimentelle musikalische und visuelle Aufbereitung des Wäscherinnenbildes, eines “typischen” Frauenberufs: Schwerstarbeit, unterbezahlt, prekär, sexualisiert und sexuellen Übergriffen ausgeliefert, extrem schlechte Rahmenbedingungen / gesundheitsgefährdend. Mit Waschen - Macht - Sound schreiben wir an der universellen Frauengeschichte mit.
Das Künstlerinnen Kollektiv

Singende: Anja Lazic (CRO), Carolina de Souza (BR), Célia Mara (BR/A), Christina Zurbrügg (CH/A), Grace Latigo (UGD/SLK), Hottensiah (KEN), Patrizia Ferrara (I/A/USA), Véro la Reine (CAM)

Musizierende: Célia Mara (BR/A): E-Guit., Pandeiro; Christina Zurbrügg (CH/A) Accordeon; Edith Lettner (A): Saxophon; Elisabeth Penker (A): electro-acoustic sounddesign; Falangee/Brunnhilde (A): Pads & Patterns, E-Grooves; Lisa Puhr (A): Posaune; Ursula Schwarz (A): Keyboards; Theda Schifferdecker/ Brunnhilde (A): E-Grooves, Sounds, Mixing

Spielende und Sprechende: Martha Labil (A); Zoraida Nieto (VEZ);

Moderation: Grace Latigo (UGD/SLK):

Bilderwelten: Maanila Moraes (BR/A): Visuals & Video, Julieta Rudich (URG): Camera, Silvia Jura (A): Camera, Visualfootage; Joanne Rousset (D/F): Camera

Research/ Interviews: Grace Latigo (UG/SLK), Silvia Jura(A), Zoraida Nieto(VEN): Interviews, Eileen Mirzabaegi (ARM/A) (Research) - Dank an Christiane Höller für die Geschichte der Wiener Waschweiber

Concept- & Coordinations Team: Silvia Jura (general coordination) - Célia Mara (Music) - Elisabeth Penker (Soundinstallation) - Maanila Moraes (Video/Visuals) - Christina Steyskal & Theda Schifferdecker (E-Grooves, Sounds & Technik)

Wann: 28.September 2012 // 18:00 - 22:00 (Live Performances zwischen 19:30 & 21:00)

Sound- und Videoinstallation von 29.9.2012 bis 6.10.2012 täglich von 6:00 bis 24:00

Location: schnell und sauber / Waschsalon Högn, Westbahnstraße 60 /Urban Loritzplatz, 1070 Wien

Links:
www.schnellundsauber.at
www.wienwoche.org
www.facebook.com/events/413723592010902/?ref=ts

Brasilien - Österreich - Afrika…

6 July 2012 1:29 PM

Kulturvernetzung … das macht Spass.
Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte - Bei einem Afrikanischen Festival unseren Film über einen Afro-Schönheitssalon in Rio de Janeiro zu zeigen, ist eine spannende Herasuforderung. Und ich freu mich drauf, ebenso wie auf die zu erwartenden Diskussionen über Rassismus, Sexismus — und wie wir die aktuelle Politik Brasiliens in Fragen der Enteignungen, Immobilienspekulation im Zuge der WM 2014 verändern können.
doku
Der 2002 entstandene Film, der damals auch Grundlage bzw. Teil für meine Diplomarbeit über Rassismus im Brasilien des Branqueamentos war, ist nach wie vor brennend aktuell. Meine Erfahrungen in der Vila Brandão in Salvador, wo wir ständig durch die brutale Enteignungspolitik von Seiten der Stadt bedroht sind, lassen mich noch engagierter in dieser Angelegenheit werden - Bürgerrechte für alle!
Genug von diesen Staatsgebilden, die nur dem Kapital dienen! Salvador ist nach wie vor in seiner Sklaventradition verfangen - Casa Grande e Senzala - das bedeutet totale Willkür der oberen Klassen gegen die Bevölkerung. Weder Justiz, noch Polizei, noch staatliche Dienstelistungen stehen der normalen Bevölkerung zur Verfügung - der Immobilienwahn mit Blick auf die WM und die Olympiaden nimmt ständig brutalere Formen an - und wo legales Enteignen nicht mehr möglich ist, wird die Bevölkerung kriminalisiert und Drogenhandel, Gewalt bekommen freien Lauf!
… Ich bin wieder abgeschwenkt… hier kommt die Info zu unserem Film, mitd em wir auch damals schon heisse Diskussionen ausgelöst haben! Ich hoffe, wir sehne uns in Kasumama - bei tropischen Temperaturen!

Die Königinnen vom Salgueiro
haben relative Bürgerrechte

Eine Dokumentation von Silvia Jura (A/BR 2002 - 45 Min. / Video)

SAMSTAG 7.7.2012 // 17:00 @ KASUMAMA AFRIKA FESTIVAL

RAINHAS DO SALGUEIRO - CIDADANIA RELATIVA /trailer1 from siju - silvia globalista on Vimeo.

best video production at XVIII. black international cinema 2003
| berlin - düsseldorf - ljubjana || in coop with USA & Brazil

>Die vielbeachtete Dokumentation über das Leben in den “Favelas”, den Elendsvierteln von Rio de Janeiro. Ein Film, der nicht nur Armut und Not zeigt, sondern vor allem die Lebenskraft, Kreativität und das Selbstbewusstsein der Frauen in den Favelas. (treffpunkt kultur - ORF 2) <

>Die Kultur ist alles… sagst du Kultur, sagst du Aussehen, Erziehung, Selbstbewusstsein, Gesundheit, ja die Kultur ist alles!< (Dona Ivete)
Wenn Macumba nicht schwarze Magie, sondern soziale Arbeit ist, wenn Favela für Gemeinschaft im Kampf um eine bessere Welt steht, wenn der Karneval der Vermittlung afro-brasilianischer Traditionen dient… dann hat Dona Ivete das Wort.
Im Zentrum des Dokumentarfilms ” Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte” steht das von Dona Ivete geleitete Ausbildungsprojekt Nika Jaina - ein Afro-Friseurinnenkurs für marginalisierte Mädchen in einem Elendsviertel (Favela) von Rio de Janeiro.
In intimen Interviews entführt uns Dona Ivete in ihre Welt; mit Hilfe der Göttinnen und Geister und auf ihren Verstand zählend kämpft sie, wie viele andere BewohnerInnen ihres Viertels auch, für eine bessere Zukunft am Morro do Salgueiro.
Ihr filmischer Dialogpartner Januario Garcia, ein Intellektueller der schwarzen Bewegung, stellt die gesamtgesellschaftlichen Bezüge her: von der Abschaffung der Sklaverei bis in das moderne Brasilien zieht sich der Faden von Ausschliessung und Nichtanerkennung der elementarsten Bürgerrechte für die schwarze Bevölkerung Brasiliens.
Es entsteht somit ein vielschichtiger, emotional und intellektuell erlebbarer Einblick in die Hoffnungen, Wünsche und den gelebten Alltag der schwarzen Bevölkerung Brasiliens. Der Rhythmus des Films führt uns behutsam in diese fremde Welt ein… und entlässt uns mit einem guten Gefühl: Hoffnung
Die Reise in die für uns exotische Welt wird durch den kulturverbindenden und mitreissenden Soundtrack von Célia Mara unterstützt.

Nach dem Carnaval, Quilombo Rio do Macacos.

1 March 2012 5:29 AM

Der Polizeistreik endete am Samstag vor Carnaval. So ein Glück, blieben so doch noch wenigstens drei Tage, um das größte Volksfest der Welt vorzubereiten. Zeit genug, die 180 offiziellen Toten zu vergessen, Kostüme vorzubereiten, im Sonderangebot (oder am Schwarzmarkt) noch ein paar günstige Tickets für geschützte Bereiche zu erstehen…
Der Carnaval 2012 selbst war schwach gewesen, musste an die 30% Stornos im Tourismus verzeichnen, war durch Verkaufsverbote und drastische Strafen für das ambulante Händlervolk von Salvador, große Polemiken um die undurchsichtige Finanzierung der Stadtregierung und die karnevalesken Steuerprivilegien der Superreichen geprägt.
Während auf den uringetränkten Strassen der Hauptstadt trotzdem “Alegria, Paz & Alegria” (Freude, Friede & Freude) gefeiert wurde, spannte sich nur wenige Kilometer entfernt, die Lage drastisch an.

In Rio do Macacos, unweit von Simões Filhos und Salvador/Bahia, versucht die Marine Ende Februar 2012, einen geschützen Quilombo zu räumen.

Quilombo Rio do Macacos - eine Enklave aus einer anderen Zeit. Ein Stückchen Freiheit.
Quilombos - das sind freie bzw. befreite Territorien in Brasilien. Der Name ist wahrscheinlich auf die angolanische Bezeichnung für Dorf zurückzuführen, der bekannteste Quilombo, auch Brasiliens erste demokratische Republik genannt, war Quilombo dos Palmares, im Bundesstaat Alagoas, wo bereits im Jahr 1670 an die 50.000 Menschen lebten.

Quilombos sind Orte des Widerstands gegen die Casa Grande & Senzala / Herrenhaus- und Sklavenhütte (Gilberto Freyre) Gesellschaft, abgeschiedene, uneinsichtige Orte, wo sich in den letzten 400 Jahren autarke Gesellschaften entwickelt haben. Gelebte Afro-Brasilianische Gegen-Geschichtsschreibung.

Gewalt am Quilombo Rio do Macacos

Die Vorgehensweise kommt mir bekannt vor: Psychoterror gegen die ansässige Bevölkerung, Kaputzenmänner umstellen und attackieren die Siedlung, der Anbau von Nahrungsmitteln wird verboten, Häuser niedergerissen, die Dorfmühle komplett zerstört. Seit den 1970er Jahren ist die Marine vor Ort, und kontrolliert auf menschenrechtsverachtende Weise den Zugang zur Gemeinde. Wasser und Strom wurden in den letzten Tagen abgedreht, um die Quilombolas zum Auszug zu zwingen.
Denn die Marine beginnt, Zeitdruck zu haben. Weitere Offiziersquartiere, konkret: Villen- Siedlungen, sind für die sofortige Umsetzung geplant.

Ein weiterer Beitrag zum Thema IMMOBILENSPEKULATION - MILITÄRTERROR - WM 2014???

http://blogbahianarede.wordpress.com/

Im Nachtquartier

24 August 2011 12:11 PM

…habe ich gestern mit Dorothée Frank über Bahia, Casa Matria, Candomblé, Crack Dealer und vor allem viel gute Musik geplaudert. Es hat Spass gemacht…
Hier gibt es die Sendung online zum Nachhören bei Ö1 (7 Tage lang).
Versprochen habe ich den HörerInnen ein paar Links und Literaturtipps.

Musik:
Célia Mara - die Künstlerin, die zwischen Brasilien und Österreich die Menschen bewegt.
BMA Webseite des brasilianischen Musik Export Büros
Bahia Music Export - neue Musik aus Bahia
Labels:
Trama - das Label von Elis Regina’s Söhnen: Nu Brazil & junge Artists & eine große Download Area…
Biscoito Fino - neue MPB vom Feinsten…
oder in Belgien: Crammed Discs

Literatur
Zur österreichischen Migration nach Brasilien empfehle ich die Lektüre von Dr.in Ursula Prutsch, hier ein Link zu Brasilien 1889-1985.
Ursula Prutsch lehrt zur Zeit in München. Sie ist wahrscheinlich die Spezialistin zur neueren Geschichte Brasiliens, v.a. im Deutschsprachigen Raum. Mehr Links zu Ursula Prutsch
Mein Lieblingswerk zu Afro-Brasilien ist nach wie vor Andreas Hofbauer: Afro-Brasilien, Promedia Verlag (1995)

hier gibt es einige meiner Artikel zu Brasilien, v.a. natürlich zur Frage der Landenteignungen, fehlenden BürgerInnerechten und Umbanda & Candomblé.

Soziales, Kulturelles
Auf www.globalista.net gibt es einen Überblick über meine Projekte mit/in Brasilien.
Casa Matria ist das Kultur und Sozialzentrum in Salvador, Vila Brandão, das wir gerade mit vielen Schwierigkeiten aufbauen.

femous sommer & interkulturelle trainings

24 July 2011 8:26 PM

für femous 2011 nähert sich die letzte runde - einige spannende festivals über den sommer, einen grandiosen herbstauftakt gibt es mit einer femous eigenproduktion für die ars electronica: femous roots & hegemonial pop am 1.9.2011, am 5.10.2011 werden wir femous 2011 im mica revue passieren lassen…
derzeit arbeiten wir an den femous 2012 und 2013 projekten - mehr dazu bald hier bzw. auf femous.
mit célia mara entwickeln wir gerade die nächste produktion… stay in touch!

und last, but not least - nach dem großen erfolg der interkulturellen trainings mit schwerpunkt brasilien, die ich mit dr.in karin schreiner durchführe, entwicklen wir dieses angebot weiter… mehr dazu hier

…missin’ time & lookin forward: 100 years of womens’ day!

14 August 2010 1:24 PM

sternno time for my blog… sorry!
I’ve got so many amazing projects going on right now that I just can leave a few info-drops here:
Womex 2010 in Copenhagen: I’ll be coordinating & promoting the WORLDMUSIC AUSTRIA booth, together with my IG Worldmusic Austria colleague Horst Watzl…
You’ll get to know my prefered baby - a women networking meet & greet - 2011 is 100 years of womens’ day!
• also @ Womex: preparing the conference // From Idea to Distribution: Tips and tricks on the production and distribution of audio-visual formats and effective promotion using Web 2.0 with Chris Hunt (UK/Austria), (IMZ) - I’ll be a panelist and will share my experiences with you - as I already did at MIDEM 2009.
Célia Mara had an amazing spring & summer - we travelled a lot, had amazing shows in gorgeous places - we have been to New York and again to Genua, where our friends from LA BANDA DI PIAZZA CARICAMENTO are based. The cooperation goe’s on… and we love. Just a week ago, we had an amazing show with Ash Lombardo & Albert Sardei from the Banda at the Austrian fetsival Hiesige & Dosige.
• and… last but not least: FEMOUS is born… watch out the news…

april. schlechtes wetter und viel arbeit.

24 April 2010 1:41 AM

und der märz verflog im nu…
webpk_triomarg1Célia Mara Tour “Meus Amores” with Benjamim Taubkin & Margarethe Deppe was wonderful… emotional, tender… everything in a mood of love… adoramos!! We discovered Austria (and Slovenia) from north to south & east to west - with a lovely tourstart in Gutenbrunn beim Juster… so ein wunderbarer Platz und lieber Gastgeber - and intensive shows in Remise Bludenz - Cankarejev Dom in Ljubljana & Konzerthaus Vienna (sold out!!!). Here is the link to the austrian news talking about it … I’ll post the press-clippings soon… check out the MICA-News here…

Next is  Washington DC and New York ::: with the support of the Austrian Cultural Forums, we will present parts of the new program Meus Amores… and have a Brazilian bastardsound Club-Debut in Joe’s Pub - New York City!

… IG Worldmusic Austria:
Frauen/Musik Österreich Handbuch
- gemeinsam mit dem bmeia und einer Gruppe von Expertinnen arbeiten wir an einem Ziel… musizierende Frauen in die Welt zu schicken. Die künstlerische Vielfalt Österreichs aufzeigen. Wir haben so viele hervorragende Künstlerinnen, die in unserem Land leben…Eine Zusammenarbeit mit den Kulturforen und Kulturabteilungen der Botschaften ist in Vorbereitung. Ich freue mich besonders, das Buch in Washington DC, im Österr. Kulturforum, am 30.4. vorstellen zu dürfen.
SOS MUSIKLAND ÖSTERREICH und Österreichischer Musikfonds: Staatsbürgerschaft ist kein Auschlußkriterium mehr! Sowohl die historische Musikcharta, die zwischen ORF und Österr. Muskwirtschaft abgeschlossen wurde, wie auch der große Produktionsfördertopf haben unsere Forderung nach Gleischstellung von MusikerInnen nicht österr. Staatsbürgerschaft anerkannt und in den Statuten umgesetzt. Es lebe die Vielfalt!
Überhaupt… Vernetzung läuft auf allen Ebenen… mehr dazu später.

… global bastards… outlaws im karibischen Raum
Natürlich, Brasilien - der Nordosten. Salvador lässt mich nicht los, mit “Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte” - der Doku über das Selbsthilfeprojekt Nika Jaina in einer Favela in Rio de Janeiro. Wie sie entstanden ist. Was Dona Ivete wichtig war. Und ich werde ich aus meinen brasiliansichen Wintern erzählen…  dem Projekt, ein Kulturzentrum in einer Favela aufzubauen - Alltag geprägt von Rechtlosigkeit und Gewalt. Gedanken zu institutionellem Rassismus und seinen Folgen. Aus weiblicher Sicht. Zwischen 7. und 9.5 in der Wiener Urania
Hier gibt’s ein wenig zum “Einstimmen und Vorschauen”: vimeo.com/channels/favela

roots in migration: presenting célia mara & la banda di piazza caricamento

3 October 2009 5:44 PM

While our old continent is transforming itself into „ fortress Europe“, excluding intercontinental migrations, closing borders and featuring racist policies in many of our countries, a new initiative with an extremely high musical and social potential is born:
Célia Mara & La Banda di Piazza Caricamento.
Fresh global bastardsound. It’s fun. It’s easy. It’s today’s urban Europe.
Made between Vienna and Genoa. Viva la globalisaXion cultural!

This is music for peace and social justice – the voices and sounds of migration, the musical and energetical melting of a globalized world. No borders to cultural expression!
It is a big multi-ethnic band full of energy, great grooves and dance performances… with powerful lead singer & guitar player - Diaspora-Brazilian - Célia Mara.
Célia Mara makes music with a big smile. Singing about new, interesting times.
She is a 21st. century singer – songwriter and guitar player, a real Brazilian groove lady, a jazz singer full of emotion, a screaming rock star, a sensual seduction, simply – a firework on stage. The international press calls her the Brazilian Manu Chao, compares her energy to Carlinhos Brown, her voice to Vanessa da Mata and her musical concept goes along with Tom Zé… She is considered one of Europe’s most impressive Brazilian artists, her “bastardsound” conquered the World Music Charts all over the continent, she performed at huge and prestigious festivals in Eastern and Western Europe and was awarded various times.
La Banda di Piazza Caricamento, directed by Davide Ferrari, is a collective of young artists in migration – bringing their “world”-backgrounds in the urban life of a new Europe. It is the babel of Genoa – young people immigrated from Brazil, China, Germany, India, Mexico, Morocco, Russia, Rwanda, Senegal, Sri Lanka, Sudan – brought together in 2007… different percussion and voices are dominating, DJ-sounds are integrating traditional sounds. The musicians mix, in a bursting and pressing sound, the rhythms of Cuban congas, African & Arab percussions of djembe and darabouka, the magical riffs of kora, street rap, Indian dance, lyric melodies from eastern Europe, India and Italy …
They are performing strong songs in many different languages, many of them written by Célia Mara: Brazil going funk, Samba mixed with Cumbia and Rap, Electric-Tango, Punk and NuBossa… The musical show is integrated with elements of urban and traditional dance, it is pure joy to watch these young, dynamic artists in their continuous improvisations…

But that’s not all: the projects stands symbolically for a new Europe, for cultural diversity in it’s best expression: there is no question of integration – everybody brings in his or her cultural backgrounds and information’s, creating something new, powerful and reflecting our actual, urban culture.
Considering the fact that today’s European cities are in a continuous process of transformation, stating that culture is flexible, always adapting itself to what it happening around, the anthropologists and cultural manager Davide Ferrari and Silvia Jura Santangelo decided to join forces in music management combined with anti-racist politics. They are offering this great musical project with an amazing live-show – fitting into any type of festival - completed by creative and social workshops & conferences in the fields of migrations and cultural diversity.
Davide Ferrari, since 25 years director of the “Festival del Mediterraneo” and Echo-Art in Genoa, started in 2007 the multi-ethnical project “La banda di piazza caricamento” – an Italian concept of joining musicians of different cultures and nations to big local orchestras. Davide, who is, besides being a musical director, a music therapist and a visionary, formed this big band of young artists with at least 10 different nationalities, respecting gender balance as well! Their first album “babelsound” was awarded with the “prêmio amnesty international”.
Silvia Jura Santangelo, president of the IG World Music Austria, director of globalista, the Vienna based label, Célia Mara management and NGO, is the other conceptionist of the project. Silvia is working a lot on questions of gender and race, running different projects in social and cultural fields. Actually, she is building up, together with Célia Mara, a socio-cultural center in Salvador Bahia. To combine the work of Davide and her’s is a way to bring forward new, interesting perspectives in a global European cultural work.

More infos: Silvia Jura Santangelo & Davide Ferrari / Echo-Art

silvia @ MIDEM

2 October 2009 3:26 PM

I’m really bad with my own promotion… I simply forgot to post a little feedback & pressreviews about the conference at MIDEM 2009, where I presented the impact of social media in independent artist marketing. The discussion was dedicated to Videoplattforms & Social Media.
It was a big honour to be invited by the IMZ, the international Music & Media Center -  the other panelists were: Thomas Hieber (Legal specialist -Unitel), Rob Overman (Monteverdi.TV), Chris Hunt (content owner - ClassicalTV.com), and Urban Lasson (former buyer from Swedish Television).
IMZ-news
Rob Overman
midem porgram