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Waschen Macht Sound
18 October 2012 11:24 AMÜber den Sommer haben wir ein neues Baby geboren… es war eine schnelle Geburt, aber es beginnt schon zu laufen…
WASCHEN MACHT SOUND - TRANSKULTURELLE NARRATIVEN
EIN PROJEKT IM RAHMEN DER WIENWOCHE 2012, MIT UNTERSTÜTZUNG WIENKULTUR/ MA7
Célia Mara & ich haben uns auf einen kollektiven Prozess eingelassen und gemeinsam mit anderen Gruppen ein Projekt für die Wien Woche 2012 entwickelt.
In Zusammenarbeit mit dem DJane Kollektiv Brunnhilde und in loser Kooperation mit dem Girls Rock Camp wurde ein Waschsalon zum gemeinsamen Austragungsort erwählt…
Wir haben die femous Frauen und andere Künsterlinnen aus unserem Umfeld eingeladen, mit uns zu arbeiten…
Und es ist großartig geworden - ein multimediales Spektakel, mit viel Content, an dem wir jetzt laufend weiterarbeiten!
Im Rausch der Kulturen
Wir sammeln Lieder und Zeugnisse der Waschfrauen, die uns vom Alltag in verschiedenen Ländern und Zeiten erzählen, stopfen sie in unsere Sound- und Visualmaschinen, rubbeln und kneten, schleudern und dehnen sie, bis sie zu einem Ganzen werden
… zur audiovisuellen Mehrkanal Installation.
Es sind akustische und visuelle Fetzen aus ihren Leben, Erinnerungen an Weiß-Gewaschenes, ausgebleichte Realitäten und schöngefärbte Ideale, schmutzige Vokabeln und prickelnde Sounds… Ob das Geplauder der Waschrumpeln, das Klatschen der Wäsche auf nasse Steine, das Geplapper des Baches oder das monotone Dröhnen der Maschinen… zentrale Protagonistinnen sind die Wäscherinnen, eingetaucht in einen hörbaren Teppich aus Revolutionen, Klatsch und Skandalen, im Nebel der heilen Bilderwelt der Illusionen.
Mit einer Live Performance
aus Stimmen, Instrumenten, Electronics, Grooves, Texten und Bildern inmitten unserer audiovisuellen Kunstwelt, manifestieren wir uns dann, erstmals, am 28.September ab 18:00, im Waschsalon Högn / Schnell & Sauber, der 1. Station unserer globalen Waschkulturenreise.
Wir, das sind die Musik-Wäscherinnen, freie Künstlerinnen des femous orchestra und des Djane Kollektivs Brunnhilde; Wir - das ist gemeinsam mit unserem Publikum, den heutigen WaschsalonbenützerInnen, den Waschfrauen und Waschmännern des 21. Jahrhunderts, den Zufallsbekanntschaften und Vorbeigehenden. Wir nehmen sie und ihre Zeugnisse mit, in unsere Collage aus Raum und Zeit, bringen sie an die nächste Station unserer Reise!
PS: Bring deine Schmutzwäsche mit!
Waschen - Macht - Sound
Die Geschichte der Waschweiber ist eine Universelle – in Fragmenten rekonstruieren wir sie. In „Waschen Macht Sound“ geht es um gesellschaftliche HERRschaftsverhältnisse und ihre in Frage Stellung, um Widerstand und Ausbeutung; Wir werfen einen kritischen Blick auf die Idealisierung eines Frauenbildes, das es niemals gab, wir setzen uns künstlerisch mit Frauen aus Nord und Süd auseinander, mit multinationalen Waschmittelkonzernen, Arbeit, mit der Familien ernährt werden.
Waschen - Macht - Sound ist eine humorvolle, lustbetonte, experimentelle musikalische und visuelle Aufbereitung des Wäscherinnenbildes, eines “typischen” Frauenberufs: Schwerstarbeit, unterbezahlt, prekär, sexualisiert und sexuellen Übergriffen ausgeliefert, extrem schlechte Rahmenbedingungen / gesundheitsgefährdend. Mit Waschen - Macht - Sound schreiben wir an der universellen Frauengeschichte mit.
Das Künstlerinnen Kollektiv
Singende: Anja Lazic (CRO), Carolina de Souza (BR), Célia Mara (BR/A), Christina Zurbrügg (CH/A), Grace Latigo (UGD/SLK), Hottensiah (KEN), Patrizia Ferrara (I/A/USA), Véro la Reine (CAM)
Musizierende: Célia Mara (BR/A): E-Guit., Pandeiro; Christina Zurbrügg (CH/A) Accordeon; Edith Lettner (A): Saxophon; Elisabeth Penker (A): electro-acoustic sounddesign; Falangee/Brunnhilde (A): Pads & Patterns, E-Grooves; Lisa Puhr (A): Posaune; Ursula Schwarz (A): Keyboards; Theda Schifferdecker/ Brunnhilde (A): E-Grooves, Sounds, Mixing
Spielende und Sprechende: Martha Labil (A); Zoraida Nieto (VEZ);
Moderation: Grace Latigo (UGD/SLK):
Bilderwelten: Maanila Moraes (BR/A): Visuals & Video, Julieta Rudich (URG): Camera, Silvia Jura (A): Camera, Visualfootage; Joanne Rousset (D/F): Camera
Research/ Interviews: Grace Latigo (UG/SLK), Silvia Jura(A), Zoraida Nieto(VEN): Interviews, Eileen Mirzabaegi (ARM/A) (Research) - Dank an Christiane Höller für die Geschichte der Wiener Waschweiber
Concept- & Coordinations Team: Silvia Jura (general coordination) - Célia Mara (Music) - Elisabeth Penker (Soundinstallation) - Maanila Moraes (Video/Visuals) - Christina Steyskal & Theda Schifferdecker (E-Grooves, Sounds & Technik)
Wann: 28.September 2012 // 18:00 - 22:00 (Live Performances zwischen 19:30 & 21:00)
Sound- und Videoinstallation von 29.9.2012 bis 6.10.2012 täglich von 6:00 bis 24:00
Location: schnell und sauber / Waschsalon Högn, Westbahnstraße 60 /Urban Loritzplatz, 1070 Wien
Links:
www.schnellundsauber.at
www.wienwoche.org
www.facebook.com/events/413723592010902/?ref=ts
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Brasilien - Österreich - Afrika…
6 July 2012 1:29 PMKulturvernetzung … das macht Spass.
Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte - Bei einem Afrikanischen Festival unseren Film über einen Afro-Schönheitssalon in Rio de Janeiro zu zeigen, ist eine spannende Herasuforderung. Und ich freu mich drauf, ebenso wie auf die zu erwartenden Diskussionen über Rassismus, Sexismus — und wie wir die aktuelle Politik Brasiliens in Fragen der Enteignungen, Immobilienspekulation im Zuge der WM 2014 verändern können.

Der 2002 entstandene Film, der damals auch Grundlage bzw. Teil für meine Diplomarbeit über Rassismus im Brasilien des Branqueamentos war, ist nach wie vor brennend aktuell. Meine Erfahrungen in der Vila Brandão in Salvador, wo wir ständig durch die brutale Enteignungspolitik von Seiten der Stadt bedroht sind, lassen mich noch engagierter in dieser Angelegenheit werden - Bürgerrechte für alle!
Genug von diesen Staatsgebilden, die nur dem Kapital dienen! Salvador ist nach wie vor in seiner Sklaventradition verfangen - Casa Grande e Senzala - das bedeutet totale Willkür der oberen Klassen gegen die Bevölkerung. Weder Justiz, noch Polizei, noch staatliche Dienstelistungen stehen der normalen Bevölkerung zur Verfügung - der Immobilienwahn mit Blick auf die WM und die Olympiaden nimmt ständig brutalere Formen an - und wo legales Enteignen nicht mehr möglich ist, wird die Bevölkerung kriminalisiert und Drogenhandel, Gewalt bekommen freien Lauf!
… Ich bin wieder abgeschwenkt… hier kommt die Info zu unserem Film, mitd em wir auch damals schon heisse Diskussionen ausgelöst haben! Ich hoffe, wir sehne uns in Kasumama - bei tropischen Temperaturen!
Die Königinnen vom Salgueiro
haben relative Bürgerrechte
Eine Dokumentation von Silvia Jura (A/BR 2002 - 45 Min. / Video)
SAMSTAG 7.7.2012 // 17:00 @ KASUMAMA AFRIKA FESTIVAL
RAINHAS DO SALGUEIRO - CIDADANIA RELATIVA /trailer1 from siju - silvia globalista on Vimeo.
best video production at XVIII. black international cinema 2003
| berlin - düsseldorf - ljubjana || in coop with USA & Brazil
>Die vielbeachtete Dokumentation über das Leben in den “Favelas”, den Elendsvierteln von Rio de Janeiro. Ein Film, der nicht nur Armut und Not zeigt, sondern vor allem die Lebenskraft, Kreativität und das Selbstbewusstsein der Frauen in den Favelas. (treffpunkt kultur - ORF 2) <
>Die Kultur ist alles… sagst du Kultur, sagst du Aussehen, Erziehung, Selbstbewusstsein, Gesundheit, ja die Kultur ist alles!< (Dona Ivete)
Wenn Macumba nicht schwarze Magie, sondern soziale Arbeit ist, wenn Favela für Gemeinschaft im Kampf um eine bessere Welt steht, wenn der Karneval der Vermittlung afro-brasilianischer Traditionen dient… dann hat Dona Ivete das Wort.
Im Zentrum des Dokumentarfilms ” Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte” steht das von Dona Ivete geleitete Ausbildungsprojekt Nika Jaina - ein Afro-Friseurinnenkurs für marginalisierte Mädchen in einem Elendsviertel (Favela) von Rio de Janeiro.
In intimen Interviews entführt uns Dona Ivete in ihre Welt; mit Hilfe der Göttinnen und Geister und auf ihren Verstand zählend kämpft sie, wie viele andere BewohnerInnen ihres Viertels auch, für eine bessere Zukunft am Morro do Salgueiro.
Ihr filmischer Dialogpartner Januario Garcia, ein Intellektueller der schwarzen Bewegung, stellt die gesamtgesellschaftlichen Bezüge her: von der Abschaffung der Sklaverei bis in das moderne Brasilien zieht sich der Faden von Ausschliessung und Nichtanerkennung der elementarsten Bürgerrechte für die schwarze Bevölkerung Brasiliens.
Es entsteht somit ein vielschichtiger, emotional und intellektuell erlebbarer Einblick in die Hoffnungen, Wünsche und den gelebten Alltag der schwarzen Bevölkerung Brasiliens. Der Rhythmus des Films führt uns behutsam in diese fremde Welt ein… und entlässt uns mit einem guten Gefühl: Hoffnung
Die Reise in die für uns exotische Welt wird durch den kulturverbindenden und mitreissenden Soundtrack von Célia Mara unterstützt.
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Nach dem Carnaval, Quilombo Rio do Macacos.
1 March 2012 5:29 AMDer Polizeistreik endete am Samstag vor Carnaval. So ein Glück, blieben so doch noch wenigstens drei Tage, um das größte Volksfest der Welt vorzubereiten. Zeit genug, die 180 offiziellen Toten zu vergessen, Kostüme vorzubereiten, im Sonderangebot (oder am Schwarzmarkt) noch ein paar günstige Tickets für geschützte Bereiche zu erstehen…
Der Carnaval 2012 selbst war schwach gewesen, musste an die 30% Stornos im Tourismus verzeichnen, war durch Verkaufsverbote und drastische Strafen für das ambulante Händlervolk von Salvador, große Polemiken um die undurchsichtige Finanzierung der Stadtregierung und die karnevalesken Steuerprivilegien der Superreichen geprägt.
Während auf den uringetränkten Strassen der Hauptstadt trotzdem “Alegria, Paz & Alegria” (Freude, Friede & Freude) gefeiert wurde, spannte sich nur wenige Kilometer entfernt, die Lage drastisch an.
In Rio do Macacos, unweit von Simões Filhos und Salvador/Bahia, versucht die Marine Ende Februar 2012, einen geschützen Quilombo zu räumen.
Quilombo Rio do Macacos - eine Enklave aus einer anderen Zeit. Ein Stückchen Freiheit.
Quilombos - das sind freie bzw. befreite Territorien in Brasilien. Der Name ist wahrscheinlich auf die angolanische Bezeichnung für Dorf zurückzuführen, der bekannteste Quilombo, auch Brasiliens erste demokratische Republik genannt, war Quilombo dos Palmares, im Bundesstaat Alagoas, wo bereits im Jahr 1670 an die 50.000 Menschen lebten.
Quilombos sind Orte des Widerstands gegen die Casa Grande & Senzala / Herrenhaus- und Sklavenhütte (Gilberto Freyre) Gesellschaft, abgeschiedene, uneinsichtige Orte, wo sich in den letzten 400 Jahren autarke Gesellschaften entwickelt haben. Gelebte Afro-Brasilianische Gegen-Geschichtsschreibung.
Gewalt am Quilombo Rio do Macacos
Die Vorgehensweise kommt mir bekannt vor: Psychoterror gegen die ansässige Bevölkerung, Kaputzenmänner umstellen und attackieren die Siedlung, der Anbau von Nahrungsmitteln wird verboten, Häuser niedergerissen, die Dorfmühle komplett zerstört. Seit den 1970er Jahren ist die Marine vor Ort, und kontrolliert auf menschenrechtsverachtende Weise den Zugang zur Gemeinde. Wasser und Strom wurden in den letzten Tagen abgedreht, um die Quilombolas zum Auszug zu zwingen.
Denn die Marine beginnt, Zeitdruck zu haben. Weitere Offiziersquartiere, konkret: Villen- Siedlungen, sind für die sofortige Umsetzung geplant.
Ein weiterer Beitrag zum Thema IMMOBILENSPEKULATION - MILITÄRTERROR - WM 2014???
http://blogbahianarede.wordpress.com/
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Verschwörungstheorie von Globo bestätigt!
9 February 2012 1:53 AMJetzt ist es draußen: Prisco hat gemeinsam mit anderen Militär Polizei und Feuerwehr GewerkschaftsführerInnen aus verschiedenen Bundesstaaten den Aufstand probiert. Die totale Destabilisation des Staates war angesagt! Vandalismus und Terror durch die PM’s selbst organisiert.
Globo hat Tonbandprotokolle der Justiz in die Finger bekommen und publiziert.
http://g1.globo.com/bahia/noticia/2012/02/gravacao-revela-que-pms-grevistas-da-ba-planejaram-vandalismo.html
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#desocupaPrisco
9 February 2012 1:49 AM
#desocupaPrisco ist der gerade der trendigste hashTag von Salvador. Im Sekundentakt tweetet es Schreie der Empörung, ein klares Nein zu Gewalt und Machtmissbrauch durch Miltär Polizei und ihren Führer Marcos Prisco. Ja, was für ein Führer! Ein 2001 in Unehren von der MP entlassener Soldat, Partei-Jumper – von Links bis ganz rechts, mit dem Ziel, endlich mal Abgeordneter in Salvador zu werden, professioneller Streikanführer, der sich beim Streik in Rodonia als Abgeordneter ausgegeben hatte.
Er beisst um sich, stellt als einzige Forderung die Generalamnestie für alle Streikenden: Straffreiheit für neun Tage Terror, an die 140 Morde, unzählige Verletzte, Raubüberfälle, Plünderungen, Diebstähle. Neun Tage menschenverachtender Kriegsführung, Todesschwadronen gegen die Armen, neun Tage Verlust für alle Geschäftsleute, neun Tage Gewaltrazzien in den Vierteln der Peripherie.
Noch neun Tage bis zum Karnaval.
Heute haben die großen Karnevalsorganisationen, die Verbände der Blocos & Trios Electricos – von den Ivete Sangalos über die Afro-Blocos bis zu den Alternativen – beschlossen, Karneval wie üblich zu machen… Ganz egal, wie’s um die Sicherheit steht.
DESOCUPA – die Bewegung der Zivilgesellschaft, die das Impeachment des Bürgermeisters João Enrique verlangt – hat sich in diesen neun Tagen im facebook in ideologie-lastigen Diskussionen und patriotischen Karnevalsdiskursen verloren. Hasstiraden gegen den PT und kleinbürgerliches Besserwissertum, Hick hack gegen alle, die sich mit Aufrufen zur Aktion engagieren… Die aktuell größte Empörung:
DESOCUPA PELA PAZ wurde heute ins Leben gerufen – eine Demo für die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit der Militär Polizei, ein Ende der Gewalt und die Wiederaufnahme der Verhandlungen. Ein Angebot, das skandalöserweise von einem Sprecher des Gouverneurs Wagner kam.
Heute am späten Nachmittag begannen sich die Menschen vor dem Parlament zu versammeln, um das Ende des Streiks zu fordern.
Die Regierung hat den Streikenden in den seit 24 Studen laufenden Verhandlungen bereits 6,5% Gehaltserhöhung und die gewünschten Sondervergünstigungen angeboten.
Die Regierungstruppen haben das Parlament umstellt und sind bereit, es mit Gewalt ein zu nehmen.
Immer wieder verlassen einzelne Sreikende das Parlamentsgebäude, wo Wasser, Strom abgedreht wurden und auch keine Lebensmittel mehr nachgeliefert werden. Eigentlich ist es ruhig, es kam zu keinen Eskalationen. Ein Pae de Santo wollte ein Taube freilassen, für den Frieden. Sie wollte nicht fliegen, sondern setzte sich zu den Füßen eines Soldaten.
Beim zentralen Busbahnhof schoß jemand aus einem Hochhaus in die Menge.
Die Schwester unserer Freundin und Tänzerin Norma wurde auf der Straße, mitten im Universitätsviertel Ondina, von einer Kugel am Bein getroffen.
Wieder beklagt ein Facebookfreund den Tod eines Neffen…
An Schulen und Universitäten wurde der Unterricht abgesagt. Der gesamte Comercio, das alte Einkaufsviertel beim Hafen ist aus mangelnder Sicherheit geschlossen. Der Pelourinho, das Touristenzentrum, ist schon nachmittags ausgestorben.
Vielleicht ist es heute vorbei. Angeblich.
In Bahia.
Denn in Rio, Brasilia und Espirito Santo hängt die Streikdrohung der PM’ & Bombeiros in der Luft. In wenige Stunden werden wir es wissen.
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Tot. Einfach so.
8 February 2012 1:52 AM
Marcelo wurde gerade eben ermordert. Beim Campo Santo, dort wo wir unsere ersten Jahre in Salvador meistens gewohnt hatten. Marcelo, der Tänzer von der Fundação. Ein Schüler von Frank, unserem Freund und Mitbewohner.
Der Krieg ist bereits im Nachbarviertel. Wir sitzen in unseren kleinen Favela, angeschmiegt an die Küste, wie verloren inmitten der Hochhäuser der Reichen. Und fürchten uns.
Heute wurden bereits 135 Tote - manuell - gezählt. (was immer das auch heissen mag). Das Parlament ist von den Militärs umzingelt, das Gericht hat unter Strafandrohung Montag Mitternacht die Herausgabe der Kinder verfügt, die als Geiseln der streikenden Eltern gehalten werden.?!__?
Die Militärs wollen keine Gewalt - es kommt zu Tränengas und Gummigeschoss-Scharmützeln - trotzdem. Die Streikenden provozieren, das Militär bleibt ruhig. In Peri Peri wird gemetzelt. Die Geschäfte, die trotz der gestrigen Warnung aufgemacht hatten, werden geplündert… und mehr!
Die Situation eskaliert stündlich.
Um 16.00 wird Marcelo im Zentrum ermordet. Wir wissen nicht, von wem & wie. Es war am Tag.
Und jetzt hören wir, dass sie in Bocca do Rio einfach in die Menge geschossen haben. Sie löschen die Bevölkerung aus. Keine Armen. Keine Schwarzen. Die Oligarchie will wieder an die Macht. Das Projekt PT; das die Armut in den letzten Jahren fast abgeschafft hat, ist zu erfolgreich. Zu viele neue Intellektuelle, zu viele neue Erfolgreiche. Zu viel neue Mittelschicht, die mitreden will.
Angst machen. Militär oder Polizei. Sonst bricht der Staat zusammen.
Die WM kommt bald - da gibt es viel zu verteilen, in Salvador.
Die Streiks sollen ab morgen und übermorgen auch auf die Staaten Brasilia, Rio de Janeiro, Espirito Santo ausgeweitet werden.
Hier ein paar Impressionen:
http://news.linktv.org/videos/brazilian-soldiers-police-clash-in-salvador
Hier noch ein paar Gedanken, die ich nicht fertig formuliert habe… verbreitet die Notiz, wir brauchen internationalen Wirtschaftsdruck auf Brasilien - die absolute Unterstützung der Regierung Dilma Roussef, das sofortige Einfrieren der WM - Gelder ecc… Brasilien kann fallen - und das müssen wir verhindern!!!
Ein kleiner Rückblick - Rio de Janeiro - “Favelas Pacificadas”:
Mit dem Programm “befriedete Favelas” werden jene Viertel der unteren Mittelschicht, mit Blick auf Copa Cabana & Co. in wenigen Tagen von Drogendealern & Banditen befreit! Schwupp, weg sind sie. Danach installieren sich PM & Bombeiros im Viertel und übernhemen die Kontrolle - als Friedenstruppen. Sie patrouillieren im Stndentakt, die Straße gehört ihnen. Sie monopolisieren mit Gewalt den Gashandel… Keine fremden Banditen mehr im Revier. Terror mit staatlicher Sanktion. Rio’s Zona Sul gleicht einer mitteleuropäischen Hauptstadt, ruhig, keine Bettler, Straßenverkäufer oder Obdachlose zu sehen. Auch keine Schwarzen. Nur das Meer & die berühmten Strände lassen uns wissen, wo wir sind. Und langsam werden auch die “befriedeten Viertel” Armen-, Schwarzen- und Mittelschichtfrei.
- Sie werden von PM’s & Bombeiros geschützt. Die Drogendealer & Co müssen an die nördliche Peripherie der Stadt ausweichen. Dort gibt es weder Touristen, noch Meerblick.
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Wenn Gewalt (k)ein Gesicht hat
7 February 2012 5:04 PMIch war wohl zu optimistisch. Als die ersten Regierungstruppen am Samstag 4.2. in Salvador einlangten, dachte ich, dass sich die Streikenden PM’s zurück ziehen würden. Dass es der Regierung ein Leichtes sein würde, mit Drohgebärden den aufständischen Polizisten Respekt ein zu jagen.
Immerhin ist Brasilien die 6. wichtigste Volkswirtschaft der Welt, und die Präsidentin, Dilma Roussef, eine entschlossene Frau, bereit, die Demokratie mit allen Mitteln zu verteidigen.
Doch der Sonntag brachte keine Verbesserung der Lage. Die zu Hilfe gerufenen Regierungssoldaten patrouillieren an den Stränden, in den besseren Vierteln der Stadt, wo ein paar Touristen und Unerschrockene Alltag spielen. Sonst ist es absolut “ruhig”. Niemand weiss, wer wo kommandiert. Seit beginn des Streiks wurden 235 Autos gestohlen. Offiziell sind es am Sonntag bereits 85 Tote.
In der Nacht fordert Parlamentspräsident Nilo die Räumung des durch die streikenden besetzten Regierungsgebäudes. Die Militärs umzingeln das Verwaltungszentrum der Stadt, die Presse wird weggeschickt. In der Nacht kommt es zu kleineren Auseinandersetzungen, Kinder verlassen das besetzte Gebäude.
In den Vierteln der Peripherie kocht es. Schwer bewaffnete Männer überfallen Bars, kleine Geschäfte; Supermärkte und Elektrogeschäfte werden geplündert. Eine besondere Streife räumt mit den Leuten an den Autobusstationen auf - “Handy, Geld her… das ist ein Überfall” schon rollt der Wagen mit den bewaffneten Männern weiter, zur nächsten Haltestelle.
Nur wer muss, geht auf die Straße. Obwohl es dort, wo Plantagenbesitzer und Axé-Stars ihre Luxusappartments haben, wesentlich entspannter zugeht. Die Geschäfte sind offen, Militärs stehen vor den Gebäuden, ein paar Jogger sind unterwegs. Im Delikatessenmarkt läuft eine Frau hysterisch telefonierend auf und ab. Verzweifelt versucht sie, ihr Handy während des Gesprächs zu verstecken… bis ihr jemand sagt: ” alles gut, hier werden sie nicht überfallen, wir sind in Graça”
Mit Einbruch der Dunkelheit flüchten die Menschen von den Straßen. Alle sperren sich ein. Ab 18.00 fahren keine Busse mehr. Die Verkehrspolizei stellt ihre Streifenfahrten ein.
In der Nacht auf Montag kommt es zu Greueltaten. Während wir uns im Twitter und Facebook treffen, heiß über Legitimät oder Illegitimität des Streiks diskutieren, ziehen Todesschwadronen durch die Stadt, erschiessen wehrlose Obdachlose, Leute werden - wahllos - niedergemetztelt. In Engomadeira / Cabula, einem Viertel der schwarzen Mittelschicht, überfallen 4 Bewaffnete eine Bar, fordern alle 5 anwesenden Männer auf, sich an die Wand zu stellen - und erschiessen sie.
Exekution. Das ist Krieg. 10 Tage vor Karnvalsbeginn.
Die Bevölkerung hat genug von dem Terrorzustand im Bundesland. In Süd Bahia wird die MP bei ihren Sympathie-Anwerbeversuchen nicht mehr freundlich empfangen, selbst die Kokosnussverkäufer beschimpfen sie. Niemand hat Verständnis für eine Klasse, deren Gehälter seit 2006 verdoppelt wurden - ein einfacher Militär Polizist verdient 2.500.- Reais; genauso viel wie ein Arzt am Gesundheitsposten, doppelt so viel wie eine LehrerIn… Abgesehen von den sonstigen Vergünstigungen wie 14. Gehalt, die sie im Laufe der Jahre erworben haben.
Der Zeitpunkt des Streiks lässt die Wirtschaft von Salvador zusammenbrechen. Der Tourismus - eine der wichtigsten Branchen - verzeichnet brisante Rückgänge: Nächtigungsstornierungen, ganze Kreuzfahrten werden abgesagt… Das größte Straßenfest der Welt droht zum Megaflopp zu werden!
Aber nicht nur die Hotelbetreiber klagen, die gesamte Kultur liegt brach - die meisten Konzerte sind abgesagt, die Pre-Karnevals Veranstaltungen finden nicht statt. No fun in Salvador!
All die prekären StraßenverkäuferInnen sind in ihrer Existenz bedroht - der Sommer, Karneval, das ist die Zeit des Jahres, wo sie Geld für die nächsten Monate verdienen. Nicht nur, dass der Bürgermeister João Enrique ihnen bereits vor 2 Wochen mit einem Verkaufsverbot gedroht hatte, jetzt ist es durch den Terror in der Stadt so weit: keine StraßenhändlerInnen weit und breit auf Salvadors Straßen!
Auch der Montag bringt keine Besserung der Lage - “ein falscher Sonntag” geistert es durch den Twitter, die Stadt ist extrem ruhig.Die Zahl der Toten ist auf über 100 gestiegen, die Streikenden weigern sich, das Parlament zu räumen und drohen, dass der Streik sich nach Rio de Janeiro ausweiten wird. Andere regionale Polizeigewerkschaften solidarisieren sich mit den Streikenden und geben der Regierung präventiv alle Schuld an einer eventuellen Gewaltlösung. Während die Regierung Dilma Roussef und Parteikollege Gouverneur Wagner versuchen, den Konflikt ohne Gewalt zu beenden, macht die Militärpolizei weiteren Druck. Sie reagieren auf keinen Einschüchterunngsversuch, suchen die Eskalation.
Am Montag abend werden die Geschäftsleute des Viertels PeriPeri schriftlich bedroht, ihre Geschäfte am Dienstag nicht mehr auf zu machen.
Der Terror der PM’s wird von der normalen Bevölkerung nicht mehr akzeptiert. Zögernd, aber immer bestimmter kommt ein Nein zum Terror. Ein Terror, den die Schwarzen, aber auch die anderen BewohnerInnen der Armenviertel und an der Peripherie, die Obdachlosen schon lange kennen. Ein Terror, der institutionalisert ist - keine Polizeihilfe, wenn sie gebraucht und von der normalen Bevölkerung gerufen wird, sond willkürliche Blitzes gegen junge schwarze Männer - meist mit Toten und Verletzen verbunden! Dabei geht es angeblich meistens um Drogenhandel.
Nur zur Erinnerung: die PM war das “Ordnungsinstrument” des Antonio Carlos Magalhães, der Bahia mit brutalster Hand an die 40 Jahre regiert hatte.
Während im facebook und Twitter immer mehr Menschen ein sofortiges Ende des Streiks fordern, die Zeitungen von São Paolo bereits über den fehlenden Rückhalt in der Bevölkerung berichten, sind die Intellektuellen der Mittelschicht noch immer am diskutieren, ob es nicht einfach legitimes Streikrecht und die Polizisten zu unterstützen seien. Aber Ausflug in die Peripherie wollen sie keinen machen… und sicher keine Demo!
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Im Nachtquartier
24 August 2011 12:11 PM…habe ich gestern mit Dorothée Frank über Bahia, Casa Matria, Candomblé, Crack Dealer und vor allem viel gute Musik geplaudert. Es hat Spass gemacht…
Hier gibt es die Sendung online zum Nachhören bei Ö1 (7 Tage lang).
Versprochen habe ich den HörerInnen ein paar Links und Literaturtipps.
Musik:
Célia Mara - die Künstlerin, die zwischen Brasilien und Österreich die Menschen bewegt.
BMA Webseite des brasilianischen Musik Export Büros
Bahia Music Export - neue Musik aus Bahia
Labels:
Trama - das Label von Elis Regina’s Söhnen: Nu Brazil & junge Artists & eine große Download Area…
Biscoito Fino - neue MPB vom Feinsten…
oder in Belgien: Crammed Discs
Literatur
Zur österreichischen Migration nach Brasilien empfehle ich die Lektüre von Dr.in Ursula Prutsch, hier ein Link zu Brasilien 1889-1985.
Ursula Prutsch lehrt zur Zeit in München. Sie ist wahrscheinlich die Spezialistin zur neueren Geschichte Brasiliens, v.a. im Deutschsprachigen Raum. Mehr Links zu Ursula Prutsch
Mein Lieblingswerk zu Afro-Brasilien ist nach wie vor Andreas Hofbauer: Afro-Brasilien, Promedia Verlag (1995)
hier gibt es einige meiner Artikel zu Brasilien, v.a. natürlich zur Frage der Landenteignungen, fehlenden BürgerInnerechten und Umbanda & Candomblé.
Soziales, Kulturelles
Auf www.globalista.net gibt es einen Überblick über meine Projekte mit/in Brasilien.
Casa Matria ist das Kultur und Sozialzentrum in Salvador, Vila Brandão, das wir gerade mit vielen Schwierigkeiten aufbauen.
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…missin’ time & lookin forward: 100 years of womens’ day!
14 August 2010 1:24 PM
no time for my blog… sorry!
I’ve got so many amazing projects going on right now that I just can leave a few info-drops here:
• Womex 2010 in Copenhagen: I’ll be coordinating & promoting the WORLDMUSIC AUSTRIA booth, together with my IG Worldmusic Austria colleague Horst Watzl…
You’ll get to know my prefered baby - a women networking meet & greet - 2011 is 100 years of womens’ day!
• also @ Womex: preparing the conference // From Idea to Distribution: Tips and tricks on the production and distribution of audio-visual formats and effective promotion using Web 2.0 with Chris Hunt (UK/Austria), (IMZ) - I’ll be a panelist and will share my experiences with you - as I already did at MIDEM 2009.
• Célia Mara had an amazing spring & summer - we travelled a lot, had amazing shows in gorgeous places - we have been to New York and again to Genua, where our friends from LA BANDA DI PIAZZA CARICAMENTO are based. The cooperation goe’s on… and we love. Just a week ago, we had an amazing show with Ash Lombardo & Albert Sardei from the Banda at the Austrian fetsival Hiesige & Dosige.
• and… last but not least: FEMOUS is born… watch out the news…
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april. schlechtes wetter und viel arbeit.
24 April 2010 1:41 AMund der märz verflog im nu…
Célia Mara Tour “Meus Amores” with Benjamim Taubkin & Margarethe Deppe was wonderful… emotional, tender… everything in a mood of love… adoramos!! We discovered Austria (and Slovenia) from north to south & east to west - with a lovely tourstart in Gutenbrunn beim Juster… so ein wunderbarer Platz und lieber Gastgeber - and intensive shows in Remise Bludenz - Cankarejev Dom in Ljubljana & Konzerthaus Vienna (sold out!!!). Here is the link to the austrian news talking about it … I’ll post the press-clippings soon… check out the MICA-News here…
Next is Washington DC and New York ::: with the support of the Austrian Cultural Forums, we will present parts of the new program Meus Amores… and have a Brazilian bastardsound Club-Debut in Joe’s Pub - New York City!
… IG Worldmusic Austria:
Frauen/Musik Österreich Handbuch - gemeinsam mit dem bmeia und einer Gruppe von Expertinnen arbeiten wir an einem Ziel… musizierende Frauen in die Welt zu schicken. Die künstlerische Vielfalt Österreichs aufzeigen. Wir haben so viele hervorragende Künstlerinnen, die in unserem Land leben…Eine Zusammenarbeit mit den Kulturforen und Kulturabteilungen der Botschaften ist in Vorbereitung. Ich freue mich besonders, das Buch in Washington DC, im Österr. Kulturforum, am 30.4. vorstellen zu dürfen.
SOS MUSIKLAND ÖSTERREICH und Österreichischer Musikfonds: Staatsbürgerschaft ist kein Auschlußkriterium mehr! Sowohl die historische Musikcharta, die zwischen ORF und Österr. Muskwirtschaft abgeschlossen wurde, wie auch der große Produktionsfördertopf haben unsere Forderung nach Gleischstellung von MusikerInnen nicht österr. Staatsbürgerschaft anerkannt und in den Statuten umgesetzt. Es lebe die Vielfalt!
Überhaupt… Vernetzung läuft auf allen Ebenen… mehr dazu später.
… global bastards… outlaws im karibischen Raum
Natürlich, Brasilien - der Nordosten. Salvador lässt mich nicht los, mit “Die Königinnen vom Salgueiro haben relative Bürgerrechte” - der Doku über das Selbsthilfeprojekt Nika Jaina in einer Favela in Rio de Janeiro. Wie sie entstanden ist. Was Dona Ivete wichtig war. Und ich werde ich aus meinen brasiliansichen Wintern erzählen… dem Projekt, ein Kulturzentrum in einer Favela aufzubauen - Alltag geprägt von Rechtlosigkeit und Gewalt. Gedanken zu institutionellem Rassismus und seinen Folgen. Aus weiblicher Sicht. Zwischen 7. und 9.5 in der Wiener Urania
Hier gibt’s ein wenig zum “Einstimmen und Vorschauen”: vimeo.com/channels/favela
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