silvias.net

Abend Nr. 10 – keine Gute Nacht

10 February 2012 1:43 AM

Der Streik geht weiter. Die Militär Polizisten in Salvador sind aufgebracht, haben sich neu organisiert. Die Frage der Generalamnestie ist ihre zentrale Forderung geblieben, die bereits erzielten Verhandlungsergebnisse werden wieder aufgemacht. Gerade eben haben sie es kommuniziert.
Dank Twitter bestens informiert…
Nur ein halber Tag mit Hoffnung auf Normalität. Der Terror geht weiter. Die PM’s toben, schreien – PM’s auf die Straße, PM’s auf die Straße! Gänsehaut, wie so oft in diesen Tagen.
Heute ist in dem leerstehenden Haus neben uns ein neuer Nachbar eingezogen. Es wird geputzt, das Dach gerichtet, gehämmert, gebohrt… seine schwarzen, glänzenden Schuhe stehen am Fensterbrett, mit weissen Socken daneben. Er wirkt sehr proper, der junge Mann… Groß, schwarz, kurze Haare, gut gekleidet… Er hat heute schon einen der Jungs, die ihm helfen, zur Ordnung gerufen – er solle nicht so schamlos tanzen, bei der Arbeit…
Ich frage mich, ob er vielleicht ein Pastor ist? Einer von diesen evangelikalen Seelenfängern, die dich täglich mit sinnentleerten Sprüchen belästigen und bedrohen. Das kann ja lustig werden…
In den Zeitungen habe ich es noch nicht gefunden, aber die ersten Tweets kündigen schon das Drama an… Streik in Rio! Der Kollaps einer 10 Millionen Stadt ist angesagt – absolutes Kräftemessen vor dem Karneval.
Die Regierungen haben schon Gehaltserhöhungen und Sondervereinbarungen zugesagt… aber es geht – anscheinend – um etwas ganz anderes.
Wir warten gespannt auf bessere Nachrichten.

Viva o carnaval!

9 February 2012 4:02 PM

Jetzt kann es endlich richtig losgehen! Heute morgen, gegen 10:00, ergab sich der Streikführer Marcos Prisco, auch die ca. 200 Militär Polizisten, die sich mit ihm verschanzt hatten, verliessen das Parlamentsgebäude. Das Verwaltungszentrum ist wieder frei zugänglich, heute Nachmittag soll wieder der normale Betrieb aufgenommen werden.
Die große Globo, der mächtigste TV Sender, dem man sicher keine politische Korrektheit oder besondere Sympathie für Demokratiebewegungen unterstellen kann, hat das ganze Ausmaß des versuchten Staatsstreichs aufgedeckt… fast das Ganze, denn wichtige Details, wie die Parteizugehörigkeit von Prisco zum PSDB – damit eindeutig dem rechten Lager zuzuordnen – wurden nicht erwähnt.
Gezeigt wurde jedenfalls, bewiesen anhand von Tonbandprotokollen, dass es um eine Verschwörung zwischen den Gewerkschaftsführern der Militär Polizei und der Feuerwehrleute handelt – mit dem Ziel im gesamten brasilianischen Staat, mit Schwerpunkt auf die wichtigsten Zentren bzw. Bundesstaaten wie Salvador, Rio de Janeiro, Brasilia und São Paolo, Chaos und Terror zu installieren. Angeblich nur mit dem Ziel, die Verhandlungen zum PEC 300, dem bundesweiten Gehaltsschema für Polizei, durch zu setzen. Über weitere Hintergründe wurde bis jetzt noch nicht berichtet.
Aufgedeckt wird gerade die direkte Beteilung der PM’s an den Greueltaten gegen die Zivilbevölkerung, an den Todesschwadronen gegen Obdachlose und in den Armenvierteln!
Alle atmen auf – die Normalität ist wieder angesagt. Obwohl die Streikdrohung im Landesinneren von Bahia und in anderen Bundesstaaten noch in der Luft hängt…
So ein Glück, steht doch der Karneval vor der Türe – das größte Straßenfest der Welt!
Zufälligerweise habe ich gerade eben ein paar Eckdaten zum Karneval in Salvador bekommen – es geht um astronomische Summen – die größeren Blocos verdienen nur an Ticketverkäufen (T-Shirts, um hinter dem Trio Electrico in einem durch eine Schnur abgegrenztem Raum mitzutanzen) zwischen 5 und 10 Millionen Reais, ohne Sponsorengelder dazu zu rechnen. Die Camarotes – abgesperrtes Festivalgelände im öffentlichen Raum – fakturieren durchschnittlich 15 Millionen Reais. An die Stadt zahlen sie genau: 10,75 Reais Anmeldegebühr und ca. 40 Reias/m2 Miete – keine weiteren Steuern!!!
Der Staat Bahia und die Stadt Salavdor investieren in den karneval jedes jahr 30 Millionen Reais für die öffentliche Sicherheit und die Infrastruktur & Reinigung…
Und nur 22% der in Salavdor lebenden Menschen geben an, dass sie am Karnaval teilnehmen…
DesocupaCarnaval ist jetzt angesagt!!!

Verschwörungstheorie von Globo bestätigt!

1:53 AM

Jetzt ist es draußen: Prisco hat gemeinsam mit anderen Militär Polizei und Feuerwehr GewerkschaftsführerInnen aus verschiedenen Bundesstaaten den Aufstand probiert. Die totale Destabilisation des Staates war angesagt! Vandalismus und Terror durch die PM’s selbst organisiert.
Globo hat Tonbandprotokolle der Justiz in die Finger bekommen und publiziert.

http://g1.globo.com/bahia/noticia/2012/02/gravacao-revela-que-pms-grevistas-da-ba-planejaram-vandalismo.html

#desocupaPrisco

1:49 AM

pombo

#desocupaPrisco ist der gerade der trendigste hashTag von Salvador. Im Sekundentakt tweetet es Schreie der Empörung, ein klares Nein zu Gewalt und Machtmissbrauch durch Miltär Polizei und ihren Führer Marcos Prisco. Ja, was für ein Führer! Ein 2001 in Unehren von der MP entlassener Soldat, Partei-Jumper – von Links bis ganz rechts, mit dem Ziel, endlich mal Abgeordneter in Salvador zu werden, professioneller Streikanführer, der sich beim Streik in Rodonia als Abgeordneter ausgegeben hatte.
Er beisst um sich, stellt als einzige Forderung die Generalamnestie für alle Streikenden: Straffreiheit für neun Tage Terror, an die 140 Morde, unzählige Verletzte, Raubüberfälle, Plünderungen, Diebstähle. Neun Tage menschenverachtender Kriegsführung, Todesschwadronen gegen die Armen, neun Tage Verlust für alle Geschäftsleute, neun Tage Gewaltrazzien in den Vierteln der Peripherie.
Noch neun Tage bis zum Karnaval.
Heute haben die großen Karnevalsorganisationen, die Verbände der Blocos & Trios Electricos – von den Ivete Sangalos über die Afro-Blocos bis zu den Alternativen – beschlossen, Karneval wie üblich zu machen… Ganz egal, wie’s um die Sicherheit steht.
DESOCUPA – die Bewegung der Zivilgesellschaft, die das Impeachment des Bürgermeisters João Enrique verlangt – hat sich in diesen neun Tagen im facebook in ideologie-lastigen Diskussionen und patriotischen Karnevalsdiskursen verloren. Hasstiraden gegen den PT und kleinbürgerliches Besserwissertum, Hick hack gegen alle, die sich mit Aufrufen zur Aktion engagieren… Die aktuell größte Empörung:
DESOCUPA PELA PAZ wurde heute ins Leben gerufen – eine Demo für die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit der Militär Polizei, ein Ende der Gewalt und die Wiederaufnahme der Verhandlungen. Ein Angebot, das skandalöserweise von einem Sprecher des Gouverneurs Wagner kam.
Heute am späten Nachmittag begannen sich die Menschen vor dem Parlament zu versammeln, um das Ende des Streiks zu fordern.
Die Regierung hat den Streikenden in den seit 24 Studen laufenden Verhandlungen bereits 6,5% Gehaltserhöhung und die gewünschten Sondervergünstigungen angeboten.
Die Regierungstruppen haben das Parlament umstellt und sind bereit, es mit Gewalt ein zu nehmen.
Immer wieder verlassen einzelne Sreikende das Parlamentsgebäude, wo Wasser, Strom abgedreht wurden und auch keine Lebensmittel mehr nachgeliefert werden. Eigentlich ist es ruhig, es kam zu keinen Eskalationen. Ein Pae de Santo wollte ein Taube freilassen, für den Frieden. Sie wollte nicht fliegen, sondern setzte sich zu den Füßen eines Soldaten.
Beim zentralen Busbahnhof schoß jemand aus einem Hochhaus in die Menge.
Die Schwester unserer Freundin und Tänzerin Norma wurde auf der Straße, mitten im Universitätsviertel Ondina, von einer Kugel am Bein getroffen.
Wieder beklagt ein Facebookfreund den Tod eines Neffen…
An Schulen und Universitäten wurde der Unterricht abgesagt. Der gesamte Comercio, das alte Einkaufsviertel beim Hafen ist aus mangelnder Sicherheit geschlossen. Der Pelourinho, das Touristenzentrum, ist schon nachmittags ausgestorben.
Vielleicht ist es heute vorbei. Angeblich.
In Bahia.
Denn in Rio, Brasilia und Espirito Santo hängt die Streikdrohung der PM’ & Bombeiros in der Luft. In wenige Stunden werden wir es wissen.

der neunte Tag

8 February 2012 4:34 PM

Es geht weiter. Überfälle, Tote, Terror. Leergefegte Strassen. Horromeldungen in den Medien. Die Peripherie ist im Ausnahmezustand. Die Stadtverwaltung lahmgelegt.

Die Nacht war relativ ruhig. Wir hören zum Glück weder Geknalle noch Sirenen, in unserer Favela wir sind wir etwas abseits vom Schuß…
Unter unseren Nachbarn gibt es auch einige böse Jungs, einige, die wirklich im Geschäft sind. Und Andere, die schon mit 13, 14 Jahren mit brutalen Gesichtausdrücken, lautem Geschrei und einem Messer in der Bermuda zeigen wollen, wie gefährlich sie sind. Kindersoldaten. Avião – Flieger. Sie transportieren kleine Mengen Drogen für ein Taschengeld. Das System ist gut organisiert.
Wir kennen sie schon lange, sind wie ihre Tanten. Sie kommen zu uns nach Hause, essen eine süße Banane, fragen uns über diese andere Welt, die sie nicht kennen, aus. Einen von ihnen, einen kleinen Leader, nahmen wir auf Célia Mara’s Show beim Festival de Verão, dem 2.größten Pop-Rock Festival Brasiliens mit. Er durfte mit uns auf die Bühne, konnte im Backstage bleiben, sich alle Konzerte ansehen. Die Stars aus der Nähe kennenlernen. Die Hand von einem Abgeordneten drücken…
Er ist ganz stolz, seitdem. Grinst über beide Ohren, sobald er uns sieht. Keine Drohgebärden mehr. Er sit wieder Kind. Und für seinen größeren Kollegen ergab sich zum Glück auf unsere Anfrage hin eine Lehrlingsstelle im Landwirtschaftsministerium. Auf einmal gibt es wieder Zukunft.
Unsere Jungs sind die ersten Opfer dieser Aufstände. Sie werden niedergeknallt, sobald sie auf die Straße gehen. Sie sind schwarz, arm, laufen in Bermudas mit nackten Oberkörpern herum. Sie werden von den Todesschwadronen exekutiert, Futter, um noch mehr Angst in der Stadt zu schüren.
Hier bei uns, in der Favela bleiben alle zu Hause. Wir überlegen, ob wir den Zugang zu unserem Viertel einfach verbarrikadieren sollten.
Gestern hat Gouverneur Wagner den Zusammenhang zwischen den sich auf andere Bundesstaaten ausweitenden Militär Polizei Streiks und einem ausstehenden Gesetzesbeschluss in Brasilia zur Diskussion gestellt. PEC 300 – da geht es bundesweit um die Gehaltsforderungen der gesamten Militär Polizei und der Feuerwehrleute – und um Gehälter von 3.500.- bis 7.000.- Reais. Nur zum Vergleich:
In Brasilien liegt das gesetzlich festgelegte Mindestgehalt bei 622.- Reais, LehrerInnen im Landesinneren kommen auf maximal 1.244.- Reais, ein junger Arzt verdient an die 2.500.- Reais.
Vor diesem Hintergrund sind seit 2011 die Streiks in verschiedenen Staaten zu sehen – Chaos in den Städten, ständige Gewaltandrohung. Streiks, die fast bis zum Kollaps gehen. Im Durchschnitt daueren die Gewaltauschreitungen 10 Tage.
Salvador ist als ein erster Höhepunkt des Kräftemessens zu werten. Heute wollen sich weitere Polizei Gewerkschaften anschliessen, aber die ersten Streikführer wurden bereits verhaftet.
Nach dem Scheitern der gestrigen Verhandlungen zwischen Regierung und Streikenden ist zu erwarten, dass die Armee heute das besetzte Parlament befreien wird. Die Streikenden unter Führung des Ex-Soldaten Marcos Prisco drohen eine weitere Eskalation und Kampf an. Angeblich sind keine Kinder mehr im besetzten Gebäude.
Die angebotenen Gehalts- und Bonuserhöhungen sind ihnen zu wenig. 6,5% höhere Löhne und Ausgleichzulagen, die der Stadt nicht budgetiert hat. Die Forderungen der Streikenden konzentrieren sich jetzt größtenteils auf Amnestieforderungen – doch das wird – richtigerweise -abgelehnt.
Das Verwaltungszentrum der Stadt – CAB – ist nicht mehr erreichbar. Soeben haben wir mit einer Freundin telefoniert, die drinnen sitzt. Eine leitende Angestellte in der Provinzverwaltung. Angst. Die Lage spitzt sich ständig zu. Sie versucht, mit anderen KollegInnen das Gebäude zu verlassen, weiss aber noch nicht, wie und wann sie dort raus kommt!
Die Stadt ist einen Mantel des Schweigens – und des Terrors gehüllt. Selbst die Touristenzentren sind ausgestorben – Fotos von einem leeren Pelourinho lassen uns die Gänsehaut kommen…
Der Streik in Bahia ist einer der Höhepunkte des Kräftemessens zwischen der reaktionären Kärften und der linken Bundesregierung. Der Zeitpunkt – mit der drohenden Ausweitung in dieser pre-Karnevalesken Woche – auf Rio de Janeiro und die Hauptstadt Brasilia sind als stärkstes Druckmittel schlechthin zu verstehen. Geht es in Rio doch um eine 10. Millionen Metropole, wo zwei Drittel der Bevölkerung in sogenannten Armenvierteln leben – dh:sechs Millionen Menschen leben in täglicher Konfrontation mit Gewalt, Drogenhandel und Polizeiterror. Ich errinnere an den Film: City of God…
Desinformation beherrscht die Medien – niemand hat den Überblick…
Wir hoffen, dass Präsidentin Dilma mit eiserner Hand die Lage wieder in den Griff bekommen wird. Sie hat ihre besten Leute nach Bahia geschickt. Internationale Solidarität ist gefragt.

Gerade lese ich die Meldung, dass 500 Militär Polizisten die Hauptverbindungsstrasse zwischen dem Zentrum vom Salvador und dem Flughafen besetzen wollen. Die Lage spitzt sich weiter zu.

Tot. Einfach so.

1:52 AM

marcelo_n

Marcelo wurde gerade eben ermordert. Beim Campo Santo, dort wo wir unsere ersten Jahre in Salvador meistens gewohnt hatten. Marcelo, der Tänzer von der Fundação. Ein Schüler von Frank, unserem Freund und Mitbewohner.
Der Krieg ist bereits im Nachbarviertel. Wir sitzen in unseren kleinen Favela, angeschmiegt an die Küste, wie verloren inmitten der Hochhäuser der Reichen. Und fürchten uns.
Heute wurden bereits 135 Tote – manuell – gezählt. (was immer das auch heissen mag). Das Parlament ist von den Militärs umzingelt, das Gericht hat unter Strafandrohung Montag Mitternacht die Herausgabe der Kinder verfügt, die als Geiseln der streikenden Eltern gehalten werden.?!__?
Die Militärs wollen keine Gewalt – es kommt zu Tränengas und Gummigeschoss-Scharmützeln – trotzdem. Die Streikenden provozieren, das Militär bleibt ruhig. In Peri Peri wird gemetzelt. Die Geschäfte, die trotz der gestrigen Warnung aufgemacht hatten, werden geplündert… und mehr!
Die Situation eskaliert stündlich.
Um 16.00 wird Marcelo im Zentrum ermordet. Wir wissen nicht, von wem & wie. Es war am Tag.
Und jetzt hören wir, dass sie in Bocca do Rio einfach in die Menge geschossen haben. Sie löschen die Bevölkerung aus. Keine Armen. Keine Schwarzen. Die Oligarchie will wieder an die Macht. Das Projekt PT; das die Armut in den letzten Jahren fast abgeschafft hat, ist zu erfolgreich. Zu viele neue Intellektuelle, zu viele neue Erfolgreiche. Zu viel neue Mittelschicht, die mitreden will.
Angst machen. Militär oder Polizei. Sonst bricht der Staat zusammen.
Die WM kommt bald – da gibt es viel zu verteilen, in Salvador.
Die Streiks sollen ab morgen und übermorgen auch auf die Staaten Brasilia, Rio de Janeiro, Espirito Santo ausgeweitet werden.

Hier ein paar Impressionen:

http://news.linktv.org/videos/brazilian-soldiers-police-clash-in-salvador

Hier noch ein paar Gedanken, die ich nicht fertig formuliert habe… verbreitet die Notiz, wir brauchen internationalen Wirtschaftsdruck auf Brasilien – die absolute Unterstützung der Regierung Dilma Roussef, das sofortige Einfrieren der WM – Gelder ecc… Brasilien kann fallen – und das müssen wir verhindern!!!

Ein kleiner Rückblick – Rio de Janeiro – “Favelas Pacificadas”:
Mit dem Programm “befriedete Favelas” werden jene Viertel der unteren Mittelschicht, mit Blick auf Copa Cabana & Co. in wenigen Tagen von Drogendealern & Banditen befreit! Schwupp, weg sind sie. Danach installieren sich PM & Bombeiros im Viertel und übernhemen die Kontrolle – als Friedenstruppen. Sie patrouillieren im Stndentakt, die Straße gehört ihnen. Sie monopolisieren mit Gewalt den Gashandel… Keine fremden Banditen mehr im Revier. Terror mit staatlicher Sanktion. Rio’s Zona Sul gleicht einer mitteleuropäischen Hauptstadt, ruhig, keine Bettler, Straßenverkäufer oder Obdachlose zu sehen. Auch keine Schwarzen. Nur das Meer & die berühmten Strände lassen uns wissen, wo wir sind. Und langsam werden auch die “befriedeten Viertel” Armen-, Schwarzen- und Mittelschichtfrei.

- Sie werden von PM’s & Bombeiros geschützt. Die Drogendealer & Co müssen an die nördliche Peripherie der Stadt ausweichen. Dort gibt es weder Touristen, noch Meerblick.

Wenn Gewalt (k)ein Gesicht hat

7 February 2012 5:04 PM

Ich war wohl zu optimistisch. Als die ersten Regierungstruppen am Samstag 4.2. in Salvador einlangten, dachte ich, dass sich die Streikenden PM’s zurück ziehen würden. Dass es der Regierung ein Leichtes sein würde, mit Drohgebärden den aufständischen Polizisten Respekt ein zu jagen.
Immerhin ist Brasilien die 6. wichtigste Volkswirtschaft der Welt, und die Präsidentin, Dilma Roussef, eine entschlossene Frau, bereit, die Demokratie mit allen Mitteln zu verteidigen.

Doch der Sonntag brachte keine Verbesserung der Lage. Die zu Hilfe gerufenen Regierungssoldaten patrouillieren an den Stränden, in den besseren Vierteln der Stadt, wo ein paar Touristen und Unerschrockene Alltag spielen. Sonst ist es absolut “ruhig”. Niemand weiss, wer wo kommandiert. Seit beginn des Streiks wurden 235 Autos gestohlen. Offiziell sind es am Sonntag bereits 85 Tote.
In der Nacht fordert Parlamentspräsident Nilo die Räumung des durch die streikenden besetzten Regierungsgebäudes. Die Militärs umzingeln das Verwaltungszentrum der Stadt, die Presse wird weggeschickt. In der Nacht kommt es zu kleineren Auseinandersetzungen, Kinder verlassen das besetzte Gebäude.
In den Vierteln der Peripherie kocht es. Schwer bewaffnete Männer überfallen Bars, kleine Geschäfte; Supermärkte und Elektrogeschäfte werden geplündert. Eine besondere Streife räumt mit den Leuten an den Autobusstationen auf – “Handy, Geld her… das ist ein Überfall” schon rollt der Wagen mit den bewaffneten Männern weiter, zur nächsten Haltestelle.
Nur wer muss, geht auf die Straße. Obwohl es dort, wo Plantagenbesitzer und Axé-Stars ihre Luxusappartments haben, wesentlich entspannter zugeht. Die Geschäfte sind offen, Militärs stehen vor den Gebäuden, ein paar Jogger sind unterwegs. Im Delikatessenmarkt läuft eine Frau hysterisch telefonierend auf und ab. Verzweifelt versucht sie, ihr Handy während des Gesprächs zu verstecken… bis ihr jemand sagt: ” alles gut, hier werden sie nicht überfallen, wir sind in Graça”

Mit Einbruch der Dunkelheit flüchten die Menschen von den Straßen. Alle sperren sich ein. Ab 18.00 fahren keine Busse mehr. Die Verkehrspolizei stellt ihre Streifenfahrten ein.
In der Nacht auf Montag kommt es zu Greueltaten. Während wir uns im Twitter und Facebook treffen, heiß über Legitimät oder Illegitimität des Streiks diskutieren, ziehen Todesschwadronen durch die Stadt, erschiessen wehrlose Obdachlose, Leute werden – wahllos – niedergemetztelt. In Engomadeira / Cabula, einem Viertel der schwarzen Mittelschicht, überfallen 4 Bewaffnete eine Bar, fordern alle 5 anwesenden Männer auf, sich an die Wand zu stellen – und erschiessen sie.

Exekution. Das ist Krieg. 10 Tage vor Karnvalsbeginn.
Die Bevölkerung hat genug von dem Terrorzustand im Bundesland. In Süd Bahia wird die MP bei ihren Sympathie-Anwerbeversuchen nicht mehr freundlich empfangen, selbst die Kokosnussverkäufer beschimpfen sie. Niemand hat Verständnis für eine Klasse, deren Gehälter seit 2006 verdoppelt wurden – ein einfacher Militär Polizist verdient 2.500.- Reais; genauso viel wie ein Arzt am Gesundheitsposten, doppelt so viel wie eine LehrerIn… Abgesehen von den sonstigen Vergünstigungen wie 14. Gehalt, die sie im Laufe der Jahre erworben haben.
Der Zeitpunkt des Streiks lässt die Wirtschaft von Salvador zusammenbrechen. Der Tourismus – eine der wichtigsten Branchen – verzeichnet brisante Rückgänge: Nächtigungsstornierungen, ganze Kreuzfahrten werden abgesagt… Das größte Straßenfest der Welt droht zum Megaflopp zu werden!
Aber nicht nur die Hotelbetreiber klagen, die gesamte Kultur liegt brach – die meisten Konzerte sind abgesagt, die Pre-Karnevals Veranstaltungen finden nicht statt. No fun in Salvador!
All die prekären StraßenverkäuferInnen sind in ihrer Existenz bedroht – der Sommer, Karneval, das ist die Zeit des Jahres, wo sie Geld für die nächsten Monate verdienen. Nicht nur, dass der Bürgermeister João Enrique ihnen bereits vor 2 Wochen mit einem Verkaufsverbot gedroht hatte, jetzt ist es durch den Terror in der Stadt so weit: keine StraßenhändlerInnen weit und breit auf Salvadors Straßen!
Auch der Montag bringt keine Besserung der Lage – “ein falscher Sonntag” geistert es durch den Twitter, die Stadt ist extrem ruhig.Die Zahl der Toten ist auf über 100 gestiegen, die Streikenden weigern sich, das Parlament zu räumen und drohen, dass der Streik sich nach Rio de Janeiro ausweiten wird. Andere regionale Polizeigewerkschaften solidarisieren sich mit den Streikenden und geben der Regierung präventiv alle Schuld an einer eventuellen Gewaltlösung. Während die Regierung Dilma Roussef und Parteikollege Gouverneur Wagner versuchen, den Konflikt ohne Gewalt zu beenden, macht die Militärpolizei weiteren Druck. Sie reagieren auf keinen Einschüchterunngsversuch, suchen die Eskalation.
Am Montag abend werden die Geschäftsleute des Viertels PeriPeri schriftlich bedroht, ihre Geschäfte am Dienstag nicht mehr auf zu machen.
Der Terror der PM’s wird von der normalen Bevölkerung nicht mehr akzeptiert. Zögernd, aber immer bestimmter kommt ein Nein zum Terror. Ein Terror, den die Schwarzen, aber auch die anderen BewohnerInnen der Armenviertel und an der Peripherie, die Obdachlosen schon lange kennen. Ein Terror, der institutionalisert ist – keine Polizeihilfe, wenn sie gebraucht und von der normalen Bevölkerung gerufen wird, sond willkürliche Blitzes gegen junge schwarze Männer – meist mit Toten und Verletzen verbunden! Dabei geht es angeblich meistens um Drogenhandel.
Nur zur Erinnerung: die PM war das “Ordnungsinstrument” des Antonio Carlos Magalhães, der Bahia mit brutalster Hand an die 40 Jahre regiert hatte.
Während im facebook und Twitter immer mehr Menschen ein sofortiges Ende des Streiks fordern, die Zeitungen von São Paolo bereits über den fehlenden Rückhalt in der Bevölkerung berichten, sind die Intellektuellen der Mittelschicht noch immer am diskutieren, ob es nicht einfach legitimes Streikrecht und die Polizisten zu unterstützen seien. Aber Ausflug in die Peripherie wollen sie keinen machen… und sicher keine Demo!

Bittere Tränen für Yemanja!

4 February 2012 4:06 PM

2. Februar 2012: Yemanja, das Fest der Meeresgöttin in Rio Vermelho, einem Stadtteil von Salvador. Das größte Fest der Popularkultur Bahias, alle sind da, um der Meeresgöttin ihre Gaben – und Wünsche zu übergeben… Leider ist da oft zu viel Plastik dabei…

Zu Yemanja’s Ehren kommen die brasilianische Kulturministerin Ana de Holanda ebenso wie Candomblé Mae Stella. Die berühmteste Band Bahias, Olodum spielt für Massen von Touristen, für die Bevölkerung der Randbezirke ebenso wie für die alternative Szene der Stadt auf…Yemanja bewegt an die 100.000 bis 200.000 Menschen, die in dem kleinen Fischerviertel bis in den Morgen feiern.

yemanja1

Doch am 2.2.2012 wird nicht unbeschwert gefeiert. Die Militär Polizei streikt. Für die Sicherheit der BesucherInnen kann leider nicht garantiert werden. Ab 14.00 kommen keine Busse mehr in Rio Vermelho an, ab dem frühen Nachmittag eskaliert die Gewalt… Die Bilder gehen durchs Fernsehen.

Sicherheit gibt es nicht!

Viel mehr wird im TV nicht gezeigt – und schon gar nicht kommentiert. Über Twitter und Facebook verbreiten sich jedoch die Nachrichten in Windeseile. Ein Drittel der Militärpolizisten von Bahia streiken – für bessere Löhne, mehr Sicherheit, Pensionen, Gesundheitsvorsorge und für all das, was halt so die Rechte von ArbeitnehmerInnen sind.

Doch es ist kein normaler Streik, die Militär Polizei veranstaltet Chaos in der Stadt. Terror für die Bevölkerung ist angesagt. Autobusse werden von den Polizisten selbst überfallen, Straßen verbarrikadiert, erste Geschäfte schon am Nachmittag ausgeraubt. Kapuzenmänner, bis an die (nicht sichtbaren) Zähne bewaffnet, überfallen Autofahrer, Busse, Lokale… Angst. Völlige Unklarheit. Was ist los.

Am 2.2. wird, ab dem Nachmittag, in der Peripherie ebenso wie im Zentrum Salvadors geplündert, unzählige Überfälle versetzen die Bevölkerung in Angst und Schrecken, die Zufahrt- und Verbindungsstrassen sind blockiert, der Verkehr ist lahmgelegt. Banken werden überfallen, es gibt einige Tote. Die Geschäfte und Shoppingzentren sperren frühzeitig zu. Die Straßen sind mit Dunkelheitseinbruch wie leergefegt.

Gerüchtebörse

Im Internet ist ein Raunen gegen den PT Gouverneur von Bahia, Jacques Wagner zu vernehmen. Natürlich ist er nicht da, wenn das Volk ihn braucht, heißt es. Was er nur auf Dienstreise mit der Präsidentin Dilma Roussef macht – noch dazu in Kuba und Haiti. Die Unsicherheit – dafür sei er verantwortlich… sein Rücktritt wird vehementest in verschiedenen Foren gefordert!

Die streikende Militärpolizei besetzt mit knapp 1000 Mann, Frauen und Kindern das regionale Parlament. Alkohol fliesst angeblich in Strömen, im facebook werden dramatische Meldungen der Streikenden publiziert: „betet für uns, wir sind bereit bis zum letzten Mann zu kämpfen, wir sterben für unsere Anliegen…Wagner will uns abschlachten!“

Sicherheitsmaßnahmen

Stündlich kommen neue Terrornachrichten – in Feira de Santana , 100 Km nördlich von Salvador, wird die Uni geschlossen und der öffentliche Verkehr stillgelegt. In der Nacht wird die Situation immer schlimmer, die Menschen verbarrikadieren sich in ihren Häusern, die Straßen sind ausgestorben. Vandalierende Gruppen ziehen herum und terrorisieren die Bevölkerung. Unter ihnen – viele Militär Polizisten…

Gegen Mitternacht vom 2.2.2012 wird bekanntgegeben, dass loyale Polizeitruppen direkt aus Brasilia eingeflogen werden, um das Parlament zu befreien! Jacques Wagner lässt verlautbaren, dass er hart durchgreifen wird, um die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren. Weitere Truppen – Militärs und Spezialeinheiten der Polizei – sind im Anmarsch.

Zufälle

Im Facebook wird von der Diktatur Wagners gesprochen, eine Attacke gegen das Streikrecht sei das.

Seltsam klingt das für mich… viele Zufälle, handelt es sich um manipulierte Meinungen? Zu viele Stimmen verlangen sofort den Rücktritt Wagners… niemand geht auf den Streik der Militär Polizei ein. Auf die geballte Gewalt, das Lahmlegen einer 3 Millionen Stadt und den Ausnahmezustand, den die streikenden Polizisten gewollt geschaffen haben. Niemand spricht über den blühenden Drogenhandel in der Stadt und die angebliche Machtlosigkeit der Polizei, in keinem Forum wird über die offene Hand der Polizisten diskutiert, die nur etwas gegen das Verbrechen unternehmen, wenn man sie extra dafür bezahlt!

Niemanden wundert es, dass der Streik während einer Dienstreise des Gouverneurs stattfindet, keiner stößt sich an dem gewählten Datum, rund um Yemanja, dem größten Volksfest Bahias – mit all seinen vorhersehbaren Ausschreitungen, Gewalt, Alkohol und Exzessen.

Die Justiz von Bahia erklärt den Streik per Erlass als illegal und fordert dessen sofortige Unterbindung. Gegen den Streikführer, Marco Prisco, Vorsitzender der Gewerkschaft ASPRA, wird ein Haftbefehl ausgestellt. Prisco ist PSDB Mitglied, steht somit dem amtierenden Bürgermeister von Salvador João Enrique politisch sehr nahe. Doch Soldat Prisco ist umstritten… er wurde bereits 2001 in Unehren von den Streitkräften entlassen, da er mehrere gewalttätige Streiks in Eigeninteresse angeführt hatte.

Die rechten Parteien Salvadors – PSBD, PMDP, PP – unterstützen offiziell die Streikenden.

Die anderen Polizeigewerkschaften unterstützen die Forderungen, distanzieren sich jedoch von der Vorgehensweise und werden sich nicht dem Streik anschliessen.

Ganz leise

Die Gewalt und Unsicherheit, in die die Stadt gestürzt wird, ist unfassbar. Am Abend des 31.1.2012 war der Streik noch „heimlich“ ausgerufen worden, er sollte der Bevölkerung nicht mitgeteilt werden. Über Freunde erfuhr man es trotzdem. Selbstverständlich wussten es alle Polizisten und ihre Angehörigen…

Ich frage mich, ob der Streik mit der für den 1.2.2012 geplante Demonstration gegen den amtierenden Bürgermeister von Salvador, João Enrique, einen Immobilienmagnaten mit evangelikaler Ausrichtung, zusammenhängt.

Salvador erlebt gerade die Geburt einer BürgerInnenbewegung – DESOCUPA Salvador! Eine idignierte Mittelschicht schreit auf, sie wollen die gegen die öffentliche Enteignung vorgehen: Strände, die an die Freunde des Bürgermeisters zur kommerziellen Nutzung vergeben werden, kleine Gemeinden in Meeresnähe, die enteignet werden sollen (wie zb Vila Brandão), Naturreserven, die wahnwitzigen Immobilienprojekten weichen, Steuerschulden von bürgermeisternahen Shoppings, die großzügigst erlassen werden… Selbst eines der Wahrzeichen von Salvador, der Elevador Lacerda am Mercado Modelo soll „privatisiert“ werden. Die Gelder, die für die WM 2014 in die Infrastruktur der Stadt fließen sollten, verschwinden – bereits die zweite Metro wird nicht gebaut… aber bezahlt! Gewalt und Unsicherheit regieren die Stadt, Salvador scheint ein einziger, riesiger Carneval der politsichen Obszönitäten mit allen nötigen Ingredienzien zu sein. Korruption regiert auf allen Ebenen!

Vorprogrammiertes Chaos

Eigentlich macht das Chaos, in das die Stadt durch die streikenden Militärpolizei gestürzt wurde, nur das tägliche Drama von Salvador sichtbar: Korruption, unkontrollierte Polizeigewalt in Verbindung mit organisierten Verbrechen, politische Verstrickungen zwischen Immobilienmafia und Großunternehmertum, evangelikale, kriminelle Netzwerke, undemokratische Entscheidungsprozesse, schweigende Medien und eine größtenteils meinungslose, alles duldende Bevölkerung!

Der amtierende Bürgermeister, dessen Rücktritt jetzt so vehement gefordert wird, ist Teil dieses Szenarios. Der Streik kam ihm nicht wirklich ungelegen… verlagerte sich doch die gesamte Kritik in Richtung der linken National- und Bundesregierungen, die Bewegung DESOCUPA Salvador und ihre Forderungen wird mit einem Schlag aus den Medien gedrängt…

Und das zu einem Zeitpunkt, wo Dilma Roussef mit großem Elan und politischem Willen die korrupten Strukturen des Landes durchbricht. Erst unlängst hat sie den mit Milliarden dotierten Entwicklungsfonds des Nordostens zu Gunsten von Mittel- und Kleinbetrieben umgewidmet, sie setzt auf Nachhaltigkeit. Und geht auf Konfrontationskurs mit dem hier herrschenden Klientelismus. Der Sturz Wagners wäre für sie und ihre Regierung eine große Belastung. Ihr ambitioniertes Programm für ein korruptionsfreies Brasilien könnte scheitern.

no fun @ Yemanja

Der 3.2.2012 wird als blutiger Freitag in die Geschichte eingehen – mehr als 35 Tote wurden an diesem Tag mit den Gewaltausschreitungen in Verbindung gebracht – bei einem Jahresdurchschnitt von 4,3 täglichen Morden. Die Stadt ist lahmgelegt, viele Geschäfte bleiben den ganzen Tag geschlossen. Es wird geplündert, überfallen, Chaos gestiftet.

Das Kulturprogramm der Unterhaltungsmetropole ist übers Wochenende gestrichen.

Und die Stadtverwaltung legt noch eines drauf… am Freitag Nachmittag wird in den Vierteln der Peripherie die Wasserlieferung eingestellt – angeblich aus Wartungsgründen. Brutalste Überfälle auf die Zivilbevölkerung zeichnen die Nacht auf Samstag. Eine stillende, obdachlose Mutter wird auf offener Strasse von vorbeifahrenden Männern erschossen, Leute twittern „geht nicht raus, versteckt euch – in euren Kellern, Küchen, Kästen…“ In den Vierteln der oberen Mittelschicht, in „brankolândia“ stehen bereits die Panzer der Armee, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Wagner hält eine klare, positive und entschlossene Fernseh- und Radioansprache. Er wird die Demokratie schützen. Kein Platz für Terror gegen die Bevölkerung. Dilma schickt Militärs aus den angrenzenden Bundesländern nach Bahia, um die Stadt wieder zur Ruhe zu bringen. 12 Haftbefehle gegen die Redelsführer werden ausgestellt, der Sitz von ASPRA, den Streikenden, wird gerichtlich geschlossen.

Am Wochenende soll sich die Situation lösen – die Bundesregierung steht geschlossen hinter Wagner, Justizminister, die Sekretärin für nationale Sicherheit und der Oberkommandant der Streitkräfte treffen in Salvador ein, die Armee übernimmt die Stadt.

Einige Kulturveranstalter posten bereits Fotos von nicht ganz leeren Bars, es ist eh alles wieder in Ordnung!

Nur Olodum wird nicht mehr spielen, heute. Denis, auch genannt o „Negão“, einer der Percussionisten, wurde in der Nacht vom 2.2. am Heimweg in die Peripherie von Kapuzenmännern erschossen.

Alegria! Soria – você esta na Bahia!

Es ist Zeit, mit der korrupten Militär Polizei in dieser Stadt auf zu räumen und mehr soziale Sicherheit für die Bevölkerung in allen Vierteln zu schaffen. Mit bestem Gruß an den Bürgermeister João Enrique:DESOCUPA João!

Celia Mara live @ festival de verão 2012 – mercado modelo

wochenkonzentrat

22 November 2011 10:42 PM

dienstag, 22.11 … femous: 360° women in music präsentiert. unser ziel: inklusion. aktive vernetzungs- und kulturarbeit,  music – schnittstelle,  mit-entwicklen einer sozialen skulptur. more

mittwoch 23.11 : femous: review – forward -play. diskutieren, reflektieren, ideen finden. vernetzen. ein netzwerktreffen im MICA – music austria. more

donnerstag 24.11 : célia mara band: aus der reihe tanzen in linz, am mensafestfemous brazilian bastardsound. more

und freitag 25.11 : ein thementag zu kulturkooperationen zwischen anspruch und realität. politische strategien, UNESCO konvention zur kulturellen vielfalt. diskutieren. für vielfalt, kooperationen auf augenhöhe, gleichen zugang zu den ressourcen eintreten. IG world music & femous vertreten. more

femous – joining forces!

20 November 2011 3:43 PM

2011 – das sind 100 Jahre internationaler Frauentag, 100 Jahre Kampf um Sichtbarkeit, gleichen Zugang zu Ressourcen und gesellschaftliche Anerkennung. Mit femous haben wir versucht, den vielen Musik Frauen ihre vielen Gesichter zu geben – sie in ihrer Vielfalt, Eigenständigkeit, Innovation zu unterstützen – und gemeinsam um mehr Platz in der Musikszene zu kämpfen.

Am 23.11.2011 wollen wir das Jahr ein wenig Revue passieren lassen… und bei einem Get together in die nähere und fernere Zukunft blicken…

femous: review – forward – play!

Am 17. Dezember machen wir ernst und setzen auch im Einkaufsrausch ein femouses Zeichen:
Bei heißen Getränken, coolen Gesprächen auch die Gelegenheit für independent female artists, ihre CD’s direkt an die Weihnachstgeschenke SucherInnen zu bringen.
Ich freu mich schon sehr…