Gier, Korruption und Angstmacherei… Brasilien im Kleinen

Gier, Korruption und Angstmacherei… Brasilien im Kleinen

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Während die Medien nur über Korruption und Putschdrohungen berichten und die Absetzung der Präsidentin Dilma fordern, sind wir in unserer kleinen Community mit Brasiliens Korruptions- und Drohmechanismen im Kleinen konfrontiert. Es geht um öffentlichen Raum,  freien Strandzugang und sehr viel Geld.

especulação

Das ist unsere Community, die Vila Brandão, im Herzen Salvadors gelegen, ein geschütztes Grüngebiet.
In hellblau markiert ist das Territorium der Vila Brandão, das der Yachtclub mit ein bisschen Gewalt, Korruption und Betrug an sich reissen will ; Gelb markiert ist das vor einem Jahr verkaufte Grundstück im Wert von 20 Millionen Reais (7 Mio €), in rot – das teuerste Gebäude Brasiliens – ein ökologisches Desaster!

Die Vila Brandão, wo wir mit unserem Haus Casa Matria als aktivistische Zentrale fungieren, erlebt gerade wieder einen sehr bedrohlichen Angriff der ganz Reichen! Seit 80 Jahren ein Nest des Widerstandes gegen Enteignungen, Bedrohungen aber auch Drogenhandel und Gewalt ist die Vila Brandão eigentlich eine Vorzeige-Favela (das Wort verwende ich nur, um bekannte Assoziationen zu wecken) – eine grüne Oase, ein ökologisches Paradies im Herzen der Großstadt, mit einem “Meeresaquarium” vor der Türe, wo geschützte Fischarten, Korallen und sogar Wasserschildkröten leben.

Der Grüngürtel, den die Community seit vielen Jahren erfolgreich verteidigt, ist nun wieder vom YachtClub bedroht: es reicht ihnen nicht, schon einen Großteil der Bucht mit ihren Bootshütten und Werkstätten besetzt zu haben, nein, jetzt geht es ums Ganze – sie wollen die gesamte Bucht kontrollieren! Das bedeutet, dass der Zugang zum Meer für immer genommen wird, dass dort, wo wir eigentlich mit wiederaufforsten begonnen haben, Tennisplätze und Appartments der Superreichen entstehen werden.

Das letzte Stück öffentlicher Strand von drei Bezirken in Salvador ist gefährdet!

Und … die lokale Bewohnervereinigung ist dafür! Nachdem es für die Community jedoch keinen Vorteil aus diesem Deal gibt, wir seit unserem öffentlichen Protest bedroht werden, dürfte es sich um Korruption handeln… ziemlich heftige sogar!

Wir sind jetzt durch die Volksanwaltschaft vertreten, haben die Bauarbeiten zum Teil gestoppt… und starten papageiab Montag mit einer größeren Medien – und Unterschriftenkampagne.

Unterstützt uns, es geht um öffentliches Land, ein ökologisches Paradies, das eine unendliche Vielfalt an Vögeln, Pflanzen, Fischen beherbergt. Und um eine Community, die statt Armut und Pauperisierung an einer selbstbestimmten Zukunft arbeiten könnte.

 

Hier ein Link zum TAZ – BLOG: ein MItarbeiter der Rosa Luxenburg Stiftung aus São Paolo, Niklas Franzens, hatte uns im Januar besucht und sich ein Bild von der Lage gemacht.

http://blogs.taz.de/latinorama/2015/04/01/widerstand-in-salvador-da-bahia-das-meer-ist-wichtiger/

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