Buen Vivir – wir machen uns auf den Weg

Buen Vivir – wir machen uns auf den Weg

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planetadiadelatierra

 

 

Imagines in progress …

Buen Vivir, Sumak Kawsay auf Quetchua, „das Recht auf gutes Leben für alle – und für die Rechte der Natur“ – das setzt die aktuelle Entwicklungspolitik in Aufruhr, es bricht das Paradigma der menschlichen Herrschaft über die Natur. Es ist ein spannender Ansatz in der dekolonialen Philosophie, beispielgebend für moderne Diversitätspolitiken, es setzt Trends für Umweltbewegungen – und hat bereits Verfassungsrang in Ecuador und Bolivien.

Buen Vivir beruft sich auf die indigenen Traditionen des Andenraums und rückt die Erde wieder in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Eine Kosmovision – Vielfalt, Identität, ein Leben in Respekt und Würde, das Bewußtsein, dass alles miteinander verflochten ist – das ist die lateinamerikanische Antwort auf das westliche, profitorientierte und individualistische Vernunftdogma.

Mehr zu Buen Vivir:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sumak_kawsay
http://www.boell.de/publikationen/publikationen-schriften-oekologie-band17-12027.html
http://loquepodemoshacer.wordpress.com/2012/05/26/el-buen-vivir-la-alternativa-de-los-pueblos-a-la-crisis-mundial-jornadas-en-alava/
http://www.newfield.cl/newsletters/diciembre-2010/una-buena-vida

In der Kunst wird de-linking, das „sich ausklinken“ mit dem Buen Vivir Prinzip verbunden; Dekoloniales Denken und Handeln, vorgefasste Wege verlassen, koloniale Denkstrukturen durchbrechen um die eigene Identität aufzubauen.

Nicht mehr die Suche nach einer absoluten Wahrheit steht im Raum, sondern das An- Erkennen der Vielfalt wird zum Prinzip. Dem Menschen (dem westlichen Mann) wird der Herrschaftsanspruch über die Natur (Frau, Wildnis, Primitives…) abgesprochen. Das Gleichgewicht zwischen Individuum und Kollektiv muss gefunden werden.

Buen Vivir beruft sich auf die Anerkennung der Vielfalt – auf den Respekt vor der Natur und den Menschen, Buen Vivir verlangt Verteilungsgerechtigkeit, Anerkennung der kulturellen und sozialen Vielfalt, der unterschiedlichen Lebenswege.

Casa Matria – das Buen Vivir Labor

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Das Buen Vivir Konzept beschäftigt uns schon seit guten zwei Jahren;

Mit unserem Kulturhaus Casa Matria, in Salvador/Bahia, in der Community Vila Brandão gelegen, wir wollen Teil dieses Konstruktionsprozesses sein und Theorie mit unserer Praxis verweben.

Alles braucht seine Zeit… wir arbeiten daran und freuen uns über UnterstützerInnen und MitarbeiterInnen, die auch auf der Suche nach Buen Vivir sind. Deswegen bieten wir auch Residencies in unserem Haus an, um Menschen einen Aufenthalt in salavdor zu ermöglichen und gleichzeitig an diesem Gemeinschafstprojekt mit zu arbeiten.

Aktuell haben wir ein paar “offene” Baustellen -

  • Umwelt: wir übernehmen (Mit)Verantwortung für Fauna & Flora in unserem Bairo, setzen Bäume, üben uns in Permakultur, suchen neue Wege in Sachen Umwelttechnologie und Ressourcennutzung.
  • Kultur: ein Mix der beginnenden Zweitausender Jahre: Urbanes, Bohèmes, Visionäres und Traditionelles – mit einem Fokus auf Afro-Brasilien, Indigene Kulturen und globale Bewegungen.
  • Lernen: offenes voneinander Lernen, grenzüberschreitende Zusammenarbeit; es muss nicht immer Schule sein… wir bauen gerade eine koedukative, Mehrklassen Kindergruppe auf…
  • Gesundheit: für Körper, Seele und Geist. Ernährung, Spiritualität, Heilung… dazu arbeiten wir mit dem Candomblê,der afro-brasilianischen Religion der Orixás und mit dem Schamanismus. Für 2015 planen wir auch einen westlichen Zugang  - über Biodanza.

Hier gehts zu casamatria

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