Besuch vom Babalorixá – Politik und Wissenschaft

Besuch vom Babalorixá – Politik und Wissenschaft

Eingetragen bei: consulting, politics, projects | 0

Montag 13.7. - Der Wochenbeginn liegt im Candomblê bei Exú. Exú ist der Botschafter zwischen den Welten, der, der die Wege öffnet. Der Trickster, spontan, genial, voller Ironie. Provokant und unberechenbar.

Candomblê in Wien’s Institutionen

Montag ist unser offizieller Wientag, der Tag, für den einiges vorbereitet war:
Vormittags Empfang durch den Botschafter Dr. Didonet, Nachmittags zwei Vorträge im Weltmuseum.

Babalorixá Andersons Aufenthalt in Österreich soll der Kulturvermittlung – und dem Aufbauen von Netzwerken dienen. Wichtig ist, gerade in Zeiten, wo Rassismus, Intoleranz und religiöse Fundamentalismen immer mehr um sich greifen, dass Staat und Zivilgesellschaft ihre demokratieerhaltende Funktion wahrnehmen.

montagebotschaft

Besonders gefreut hat uns die Bereitschaft des Brasilianischen Botschafters Dr. Evandro Didonet und der zuständigen Kultursekretärin Mag.a. Miriam Leitão, ein formelles Treffen zwecks interkulturellen Gedankenaustausches anzubieten. Beim Empfang in der Botschaft wurde die politische Seite des Candomblés angesprochen, der Aspekt des Empowerments durch Würde und Identitätsbildung für eine große Bevölkerungsgruppe stand im Zentrum des Austausches. Der Problematik der religiösen Intoleranz widmeten wir eine ausführliche Betrachtung, eine Kultur des Respekts wird angestrebt.

Babalorixa Anderson hat mit seinem Besuch der Brasilianischen Diplomatie einige wichtige Werkzeuge zur Inklusion der Afro-BrasilianerInnnen in Österreich in die Hand gegeben. Gleichzeitig wurden von uns Globalistas mögliche Austro-Brasilianische Wirtschaftskooperationen angesprochen. Wir hoffen sehr, dass sichaus diesem Treffen neue Perspektiven in der Zusammenarbeit zwischen Brasilien und Österreich ergeben.

Medienarbeit & Vorträge

Dem diplomatischen Austausch folgte ein weiteres Interview mit dem ORF. Kerstin Tretina, die schon bei der Veranstaltung im TBA21 anwesend war, bereitet einen größeren Beitrag für die Religionssendung des ORF vor, eine Sendung zum Candomblê als Religion ebenso wie einen Beitrag zu den aktuellen Problemen mit evangelikalem Fundamentalismus in Brasilien und deren religiöser Infiltration in das Parlament.

11180656_10205918565255999_8512747685691075573_n-2

Den Nachmittag verbrachten wir im Weltmuseum – zwei Veranstaltungen waren dank dem Engagement von Dr.in Claudia Augustat, der Leiterin der Südamerikasammlung und der Unterstützung der brasilianischen Botschaft ermöglicht worden.

Um 17:00 gab es eine Kinderveranstaltung, es ging um die Legenden der Orixás. Candomblê zum Geschichten erzählen… Babalorixá Anderson legte großen Wert auf den Diskurs mit den Eltern - Kultur schafft Selbstwert, und das vermittelte er mit viel Spaß.

11242065_10205918591216648_3373380063513768880_n

Um 18:30 war der Seminarraum des Weltmuseums voll. Nach einleitenden Worten von Drin. Claudia Augustat und meiner kurzen kulturanthropologischen Einführung in die Denkmodelle des Candomblês, begeisterte der Babalorixa die Anwesenden mit ebenso weisen wie herzlichen Worten. Vor einem sehr interessierten Publikum, u.a. waren die Kultursekretärin der brasilianischen Botschaft, Miriam Leitāo, der Wiener Kulturpolitiker Klaus Werner Lobo anwesend, präsentierte er Utopien einer gerechten Gesellschaft, legte großen Wert auf das Engagement gegen Rassismus. Der Kern lag in einer nicht theologischen Vermittlung der spirituellen Konzepte des Candomblês, Geschichte, Erziehung und Aktivismus flossen in seine Rede ein.

Weltmuseum Wien - Vortrag Babalorixa Anderson
Fotoalbum auf Flickr

 

Der Montag liess uns ein wunderschönes Gefühl, Exú hatte die Wege in die Hand genommen und für neue Projekte aufgemacht.

 

Hinterlasse einen Kommentar

*