ABGESAGT! keine Kunst ohne KünstlerInnen, keine Kultur ohne Kulturschaffende.…

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Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Konzert und die Bühne bleibt leer. Die Zeit vergeht, der Raum ist dunkel, aus den Lautsprechern kommt nette Hintergrundmusik, im Publikum Unruhe und Raunen… Aber noch immer keine MusikerInnen auf der Bühne.
Sie fragen nach, Sie haben ja bezahlt, Sie haben sich gefreut…
Aber noch immer keine MusikerInnen. Statt dessen erscheint ein(e) Moderator(in) – es tut uns leid, das heutige Konzert ist leider abgesagt.
Und dafür werden zwei Gründe genannt: entweder wurden die KünstlerInnen des Landes verwiesen oder sie durften gar nicht erst einreisen!

Denn, dank der extrem fremdenfeindlichen Politik der schwarz-blauen Koalition, haben wir eine von der SPÖ mitunterschriebene Fremdenrechtsnovelle – bezeichnen wir sie als das aktuelle „FremdenUNrecht“, die KünstlerInnen, WissenschafterInnen und JournalistInnen aus den sogenannten Drittstaaten das Fürchten lehrt:
Mit 1.1.2006 wurden die Niederlassungsbewilligungen für in Österreich lebende KünstlerInnen abgeschafft, egal ob sie in den letzten Jahren schon einen Rechtsanspruch auf Niederlassung erworben hatten oder nicht. Generell gibt es nur mehr prekäre, auf 1 Jahr befristete Aufenthaltsgenehmigungen, die an regelmässiges Einkommen gebunden sind und überhaupt nicht die Realitäten der hier lebenden KünstlerInnen berücksichtigen. Integration, gemeinsame Arbeit und Zukunftsperspektiven mit und für nicht-EU- KünstlerInnen sind damit vorbei. Das ist das Ende der Rechtssicherheit für Kultur-MigrantInnen!

Die andere Problematik, mit der KünstlerInnen, die auf Tournée nach Österreich (Schengen) kommen wollen, konfrontiert sind, ist die sogenannte „ Visa-Problematik“. Ein bürokratischer Hürdenlauf, wo VeranstalterInnen gezwungen werden, Flüge vorzufinanzieren, ohne Garantie, dass die Band einreisen darf, weiters Garantien für Aufenthalt und Benehmen der – meist persönlich nicht bekannten KünstlerInnen – übernommen werden müssen. Und dann scheitert die Visa Erteilung an unkooperativen Beamten in den Konsularabteilungen. Veranstaltungen und Projekte werden so schwerst in der Durchführung behindert.

Die IG Worldmusic Austria – Vernetzungsplattform der in Österreich im Bereich Weltmusik tätigen Menschen, Unternehmen und Organisationen – hat im November 2007 erstmals auf diese Problematik hingewiesen und mit der Aktion „Abgesagt“ die meisten der im Kulturbereich tätigen Organisationen vereint. Unser Aufschrei ging durch die Medien – doch die Politik hat sich bis jetzt noch nicht bereit erklärt, die unmenschliche Fremdenrechtsnovelle rückgängig zu machen.
Die IG Worldmusic Austria verlangt die sofortige Aufhebung dieser rechtlichen Diskriminierung unserer Kolleginnen und Kollegen:
* kein Eingriff in bestehende Rechte!
* nach 5 Jahren legalem Aufenthalt Rechtsanspruch auf Niederlassung für KünstlerINnnen, Wissenschafterinnen und Journalistinnen – unabhängig von Einkommensgrenzen!
∑ Einreise- und Visaerleichterungen für Tournée- und GastkünstlerInnen

Es ist skandalös, wie die Republik Österreich mit KünsterInnen anderer Kulturen, Nationalitäten und Hautfarben umgeht… erteilen wir den Verantwortlichen der Fremdenpolitik ein ABGESAGT!

Auf unserer Webseite www.abgesagt.net sowie auf www.worldmusicaustria.info sind weiterführende Informationen sowie Palkate und Flyer zum Download bereit.

Silvia Santangelo Jura ist Sprecherin der IG Worldmusic Austria

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